Inhalt

Archiv Sendung vom 26.04.2010

Der Weg an die Spitze  warum Talent lernbar ist

Sendung

Der Weg an die Spitze – warum Talent lernbar ist

Um im Sport erfolgreich zu sein, braucht es Talent, so die allgemeine Meinung. Ob Talent in die Wiege gelegt wird, genetisch bedingt ist oder ob Talent lernbar ist – darüber lässt sich diskutieren. Genau dies tut die «sportlounge» mit der Skirennfahrerin Dominique Gisin, die als Pilotin und Pianistin als Multitalent gilt, und mit dem ehemaligen Judoka Sergei Aschwanden, der als Nachwuchssportler nie zu den Besten gehörte und 2008 in Peking trotzdem Olympia-Bronze holte.

Eltern möchten gerne wissen, ob ihr Kind Talent hat für den Sport oder vielleicht sogar das Zeug für eine grosse Karriere. Das Förderungs-Programm «talent eye» versucht mit motorischen Tests aus einer Gruppe von Kindern geeignete von weniger geeigneten zu unterscheiden. Der Initiant des Programms, Lukas Zahner, erklärt in der Sendung die Idee hinter dieser sportlichen Langzeitbeobachtung von Kindern ab dem 7. Altersjahr.

Der Kinderarzt und Wachstumsforscher Urs Eiholzer hingegen vertritt die Meinung, dass Talente schwer mit solchen Programmen gefunden werden können und ist gegen eine frühzeitige Selektion.

Was braucht es, um im Sport Erfolg zu haben? Die «sportlounge» beleuchtet das komplexe Thema der Talentfrage, zeigt, wie die Sportgrössen Roger Federer oder Tiger Woods trainiert haben, um ganz nach oben zu kommen, und ergründet, warum Talent lernbar ist.

Studiogäste:

Dominique Gisin, Skirennfahrerin und Multitalent.

Sergei Aschwanden, Judoka, holte 2008 Olympia-Bronze in Peking.

Urs Eiholzer, Kinderarzt und Wachstumsforscher.

Lukas Zahner, Sportwissenschaftler, Initiant des Nachwuchsförderungs-Programms «talent eye».

Freude an der Bewegung

Freude an der Bewegung

Die Sportlounge-Gäste Dominique Gisin und Sergei Aschwanden waren schon in jungen Jahren sportlich aktiv. Bereits mit 18 Monaten machte Gisin ihre ersten Versuche auf Skis, und auch die Kindheit von Aschwanden war geprägt von sportlichen Aktivitäten. Für den ehemaligen Judoka war es wichtig, sich jeden Tag sportlich zu betätigen. «Ob nun Judo, Ballett, Fussball oder Leichathletik – Hauptsache Bewegung», so der Bronzemedaillen-Gewinner von Peking. Für Wachstumsspezialist Urs Eiholzer ist deshalb klar: «Entscheidend ist, dass ein Kind die Möglichkeit hat, früh Freude an der Bewegung zu finden.» Für Gisin war zudem die Konkurrenzsituation im Team ein grosser Ansporn, um weitere Höchstleistungen zu erbringen.

Talenterkennung und -förderung

Talenterkennung und -förderung

In Zusammenarbeit mit Swiss Olympic, der Uni Basel und der Sportämter beider Basel entwickelte Lukas Zahner das Projekt «Talent eye». Dieses Projekt hat das Ziel, motorisch talentierte Kinder polysportiv zu fördern. Das Ziel ist es dabei, nicht die besten, sondern die geeignetsten Kinder zu finden. Dabei ist nicht nur der Sport massgebend, sondern auch ein perfektes Umfeld. Urs Eiholzer findet das Projekt zwar gut, räumt jedoch ein, dass nur eine kleine Anzahl Kinder dadurch gefördert werden kann. Mit dem Projekt «J&S-Kids» besteht allerdings eine weitere Möglichkeit, Kinder gezielt zu fördern.

Polysportivität als Basis

Polysportivität als Basis

Je nach Sportart findet die Spezialisierung in unterschiedlichem Alter statt. «Eine Kunstturnerin ist mit 23 Jahren bereits pensioniert, bei uns Judokas fängt es dann erst richtig an», weiss Aschwanden. Ein Kind sollte schon früh verschiedene Sportarten kennenlernen. Zudem ist bewusstes Training wichtig, um die Leistung zu steigern und weitere Hürden zu meistern. «Talent kann aber nicht einfach so gefertigt werden. Dazu braucht es Freude am Training und die Motivation, sich ständig weiter zu entwickeln», sagt Urs Eiholzer.