Rad
Fall Armstrong
Tour-de-France-Titel werden nicht neu vergeben
Lance Armstrongs 7 aberkannte Gesamtsiege bei der Tour de France werden nicht neu vergeben. Das entschied der Radsport-Weltverband UCI in Genf. Damit erbt Alex Zülle nicht Armstrongs Gesamtsieg von 1999.
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Ausserdem wurde Armstrong aufgefordert, seine Siegprämien zurückzuerstatten. Allein bei der Tour hatte Armstrong mehr als drei Millionen Euro gewonnen.
Auch der von Armstrong gewonnene Titel an der Tour de Suisse 2001 wird nicht weitergereicht. Das IOC will zudem über eine Aberkennung von Armstrongs Bronzemedaille an den olympischen Spielen 2000 in Sydney entscheiden.
Wiggins erbt Rang 3 im Jahr 2009
Ein neues Podest gibt es allerdings bei der Tour de France 2009, die Armstrong als Gesamt-3. abgeschlossen hatte: Den 3. Rang erbt nun Bradley Wiggins (Gb), der Tour-Sieger in diesem Jahr.
Mit dem Entscheid, die aberkannten Tour-Titel von Armstrong nicht neu zu vergeben, hat die UCI einen heiklen Entscheid gefällt. Der Verband hob damit die Unschuldsvermutung gegen mögliche Nachrücker auf.
Allerdings sind oder waren nahezu alle Fahrer, die hinter Armstrong unter den Top 10 das Tour-Ziel erreicht hatten, von Doping-Affären belastet. UCI-Präsident Pat McQuaid ist dennoch überzeugt, dass der Radsport heute ein anderer ist als vor 10 Jahren: «Die Fahrer unterliegen den innovativsten Anti-Doping-Massnahmen im Sport.»
ASO begrüsst Entscheid
Die Tour-de-France-Organisatoren begrüssten die UCI-Entscheidung. Diese «entspricht exakt unserem Wunsch, den wir schon vor 10 Tagen geäussert haben», teilte die ASO mit. Rennchef Christian Prudhomme hatte sich für eine leere Siegerliste als Mahnmal eines «verlorenen Jahrzehnts» ausgesprochen.
Was wusste die UCI?
Weiter beschloss der Verband, eine unabhängige, externe Kommission zu bilden, die sich mit den Vorwürfen gegen die UCI in der Affäre Armstrong befassen soll. Details sollen in der ersten November-Woche mitgeteilt werden.
Der UCI wird vorgeworfen, insbesondere in der Amtszeit von McQuaids Vorgänger Hein Verbruggen Armstrongs Machenschaften lange geduldet oder gedeckt zu haben. Aber auch gegen McQuaid selbst sind in den letzten Wochen zahlreiche Rücktrittsforderungen erhoben worden.
1000-Seiten Bericht der USADA
Armstrong waren am Montag die Tour-Siege von 1999 bis 2005 wegen systematischen Dopings aberkannt worden. Die UCI basierte ihre Entscheidung auf einem über 1000 Seiten starken Bericht der amerikanischen Anti-Doping-Behörde USADA. Der Anfang 2011 zurückgetretene Texaner bestreitet weiterhin, gedopt zu haben.
(boe)


