Eishockey
NLA
Der Bär ist angeschossen
Bären haben in der Schweiz einen schweren Stand. Seit September gilt dies auch in der hiesigen Eishockey-Meisterschaft, wo die Berner «Mutzen» miserabel in die neue Saison gestartet sind und zuletzt gar 3 Mal in Folge als Verlierer vom Eis mussten.
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2:3 gegen Biel, 2:3 zuhause gegen die ZSC Lions und zuletzt am Dienstag eine 0:3-Pleite bei den Rapperswil-Jona Lakers als bisherigen Höhepunkt der Berner Krise. Dies die desaströse Bilanz des SC Bern der letzten 7 Tage.
«Glück nicht auf unserer Seite»
«Niemand ist glücklich damit», sagt Ryan Gardner. «Aber manchmal entscheiden Details über Sieg und Niederlage. Und in den letzten 3 Partien war das Glück nun mal nicht auf unserer Seite.» Kein Glück bekundete der SCB-Stürmer auch am Dienstag, als er im 1. Drittel den Schuss von Rapperswils Matteo Nodari ins eigene Tor ablenkte und so das Berner Unheil einläutete.
«Straf-Auslaufen» nach Mitternacht
Mit dem 0:3 am Obersee stieg die Nervosität beim 12-fachen Meister, der aktuell nur auf Rang 7 klassiert ist. Coach Antti Törmänen liess seine Mannen nach der Rückkehr aus Rapperswil-Jona zu einem intensiven «Straf-Auslaufen» antreten. Mark Streit, John Tavares und Co. mussten gegen 01.00 Uhr ihre Schlittschuhe nochmals schnüren und sich im Anschluss von Geschäftsführer Marc Lüthi die Leviten lesen lassen.
«Das war für Schweizer Verhältnisse schon etwas ungewöhnlich», blickt Gardner auf die nächtliche Einheit zurück. «Aber es ging darum, Dinge zu ändern, Impulse zu setzen und den einen oder anderen aufzuwecken.»
Lüthi steht (noch) hinter Törmänen
In der Berner Führungsetage stellt man sich demonstrativ hinter den Trainer. Für Lüthi ist Törmänen (noch) kein Thema. Und dies, obwohl der SCB-CEO vor ziemlich genau einem Jahr Larry Huras entlassen hatte, weil der Kanadier mit seiner Mannschaft zu wenig Spektakel bot.
Nach 2 Dritteln in Rapperswil, in denen der SCB vom geforderten Spektakel-Eishockey meilenweit entfernt war, hatte Lüthi versichert, dass er mindestens bis Ende dieser Woche an Huras' Nachfolger Törmänen festhalten wird.
«Der Druck ist in Bern besonders hoch»
Auch die Spieler halten zum Finnen: «Antti hat unser vollstes Vertrauen, er ist unser Coach, unser Leader», so Gardner. Törmänen geniesse die hundertprozentige Unterstützung der Mannschaft, bekräftigt der Schweizer Internationale mit kanadischen Wurzeln. «Natürlich sucht auch er nach Antworten, aber nur wir stehen auf dem Eis und können diese liefern.»
Dennoch, das Heimspiel am Freitag in Bern gegen Kloten wird für den finnischen Coach wohl wegweisend sein. Eine 4. Niederlage würde in Bern kaum geduldet. Denn auch Gardner weiss: «Der Druck und die Erwartungen sind in Bern besonders hoch. Aber das macht es so besonders, hier zu spielen.»
(bon)


