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Fall Armstrong

Armstrong: Einfluss bis ins «Weisse Haus»

Mittwoch, 24. Oktober 2012, 16:03 Uhr

Immer neue Enthüllungen im Doping-Fall Lance Armstrong: Auf dem Höhepunkt seiner Popularität im Jahr 2008 soll der Amerikaner gar versucht haben, die Demokratische Partei im Wahlkampf zu erpressen. Der Texaner verfügte über exzellente Beziehungen bis in die höchsten Ebenen der US-Politik hinein.

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Laut Recherchen der preisgekrönten US-Journalistin Selena Roberts wollte Armstrong im Sommer 2008 offenbar die Teilnahme von Barack Obama an einer Veranstaltung seiner «Livestrong»-Krebsstiftung erzwingen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Armstrong nach der Ankündigung seines Comebacks auf dem Höhepunkt seiner Popularität.

Drohung an Obama

Armstrong hätte einige Zeit versucht, mit Obama in Kontakt zu treten, so Roberts. Nachdem der damalige Präsidentschafts-Kandidat der Demokraten wegen seiner Europa-Reise jedoch abgesagt hatte, soll Armstrong pikiert gewesen sein und in einem Mail an dessen Parteifreund John Kerry gedroht haben, gegen den Hoffnungsträger mobilzumachen. «Wenn Krebs für die Demokratische Partei kein Thema ist, lassen wir alle Mitglieder von 'Livestrong' wissen, wo die Demokratische Partei in dieser Frage steht», schrieb Armstrong.

Unterstützung von Clinton

Roberts spekuliert in ihrem Online-Report unter dem Titel «Wie Lance die Mächtigen düpierte: Der Einfluss-Nehmer» weiter, dass Armstrong bis zuletzt seinen Einfluss in der Politik zum eigenen Vorteil genutzt habe. So soll die plötzliche Einstellung der staatlichen Ermittlungen gegen ihn im Februar 2012 auf Druck des früheren US-Präsidenten Bill Clinton zurückzuführen sein.

Armstrong habe zu exakt jenem Zeitpunkt 100'000 Dollar an eine von Clinton geführte Krebsstiftung überwiesen, schreibt Roberts. Clinton soll zudem gesagt haben, dass die Regierung besseres zu tun habe, als einen Prozess gegen einen Helden zu führen, so die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Von Bush bis Sarkozy

Dass Armstrong grossen Einfluss auf Politiker ausübte, war bekannt. Er machte keinen Hehl aus seinen engen Verbindungen zu Politikergrössen wie George W. Bush, Al Gore, John Kerry oder Clinton. Auch Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy schmückte sich mit dem Rekordgewinner der Tour de France und Krebs-Überlebenden.

(sid/rst)