Rad
Fall Armstrong
Einsicht bei Lance Armstrong?
Einen Tag nach der Aberkennung seiner 7 Tour-de-France-Titel hat Lance Armstrong auf Twitter reagiert und die Siege aus seinem Palmarès entfernt. Es blieb seine einzige Reaktion auf das Urteil. Und: Dem Amerikaner drohen Prämien-Rückzahlungen in Millionenhöhe.
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Wenige Stunden nach der Entscheidung des Radsport-Weltverbandes UCI, dem gefallenen Radsport-Idol wegen jahrelangem systematischen Dopings sämtliche Ergebnisse seit dem 1. Januar 1998 zu streichen, verschwand die Formulierung «7-time Tour de France winner» (7-facher Tour-de-France-Sieger) aus Armstrongs Profil bei dem Kurznachrichtendienst Twitter .
Nun lautet die Aussage: «Ziehe meine 5 Kinder auf. Bekämpfe den Krebs. Schwimme, fahre Rad, laufe und golfe, wann immer ich kann.» Dies war bislang die einzige direkte Reaktion Armstrongs auf die Entscheidung der UCI, die den 41-Jährigen am Montag zudem noch lebenslang gesperrt hatte.
Merckx: «Macht mich krank»
Während Armstrong sich um eine offizielle Stellungnahme drückt, haben sich andere Rad-Ikonen zu Wort gemeldet: «Das macht mich krank», sagte Eddy Merckx, der die «Grande Boucle» fünfmal gewinnen konnte und damit wieder Rekordsieger ist. «Ich bin auf ihn hereingefallen. Sein Verhalten erstaunt und enttäuscht mich sehr», so der 67-jährige Belgier.
Indurain auf Armstrongs Seite
Unterstützung erhält Armstrong von Samuel Sanchez und dem überführten Doping-Sünder Riccardo Ricco. Der Spanier und der Italiener bestanden darauf, dass es keine Dopingbeweise gegen Armstrong gebe und dass dieser «Opfer eines Medienprozesses» geworden sei. Auch der fünffache Tour-Sieger Miguel Indurain (Sp) hält zu Armstrong: «Ich glaube an seine Unschuld. Er wurde nie positiv getestet.»
Versicherungsfirma prüft Klage
Trotzdem drohen Armstrong Prämien-Rückzahlungen in Millionenhöhe. Eine US-Versicherungsfirma hatte dem Amerikaner während dessen Karriere nach eigenen Angaben rund 12 Millionen Dollar ausgezahlt und erwägt nun, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten.
«Armstrong ist nicht länger offizieller Gewinner irgendeines Tour-de-France-Rennens und als Ergebnis ist es unangemessen und unzulässig von ihm, jegliche Bonuszahlungen von uns zu behalten», teilte Versicherungs-Anwalt Jeffrey Dorough mit.
Das Unternehmen hatte Armstrong nach einem gerichtlichen Vergleich 2006 alleine 7,5 Millionen Dollar für den Gewinn des 6. TdF-Erfolgs zahlen müssen. Der Texaner hatte die Firma damals verklagt, weil sie die Gelder wegen Doping-Verdächtigungen zurückhalten wollte.
(rst/sid)


