Fussball
Super League
Yakin braucht in Basel den raschen Erfolg
Double-Gewinner Basel hat nach rund einem Drittel der Saison schon 11 Punkte Rückstand auf die Spitze. Der Trainerwechsel von Heiko Vogel zu Murat Yakin hat am Sonntag beim 0:1 in Luzern die erhoffte Wende (noch) nicht gebracht.
In der 14. Runde der Saison 2011/12 setzte sich der FC Basel mit einem 4:1 über GC erstmals an die Tabellenspitze - und schaute nie mehr zurück. Die «Bebbi» wurden am Ende mit 20 Punkten Vorsprung überlegen Meister, gewannen den Schweizer Cup und brillierten in der Champions League. Der gefeierte Mann an der Seitenlinie war Heiko Vogel.
11 Punkte Rückstand auf GC
Am kommenden Wochenende steht die 14. Runde der diesjährigen Meisterschaft an, doch beim FCB ist alles anders. Der Trainer heisst seit letzter Woche Murat Yakin, das Debüt des Vogel-Nachfolgers ging in Luzern gründlich in die Hosen (0:1). Basel ist weit davon entfernt, wie Ende Oktober 2011 Platz 1 zu erklimmen: Der Rückstand auf Leader GC ist nach der 2. Niederlage auf 11 Punkte angewachsen. Präsident Bernhard Heusler sagte schon vor einer Woche: «Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, sind gefährdet.»
Totalausfälle gegen Luzern
Will heissen: Der FCB läuft Gefahr, keinen Titel zu gewinnen. Zwar können auch die beiden derzeitigen Topteams GC und St. Gallen schwächere Phasen einziehen. Das Basler Hauptproblem ist aber, dass die Mannschaft nicht den Eindruck vermittelt, den «Turnaround» zeitig zu schaffen. Beim Auftritt in Luzern fehlte es an allen Ecken und Enden, was Stürmer Marco Streller so zusammenfasste: «Wir hatten 6 bis 7 Totalausfälle auf dem Platz.»
Schwäche in den Zweikämpfen
Der mit 6 Saisontreffern erfolgreichste FCB-Torschütze Streller nahm die von Yakin neu formierte Dreier-Abwehrkette mit Arlind Ajeti, Radoslav Kovac und Aleksandar Dragovic in Schutz: «Dieses Trio trägt keine Schuld an der Niederlage.» Der Trainer ortete den Ursprung der Niederlage ebenfalls nicht in der Umstellung in der Defensive. «Das Spielsystem ist nicht entscheidend, sondern die Einstellung. Wir waren meistens einen Schritt zu spät in den Zweikämpfen», meinte Yakin.
Basel zurzeit nur Mittelmass
Basel hat nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Xherdan Shaqiri oder Granit Xhaka die Leichtigkeit der letzten Saison verloren. Der FCB ist keine Über-Mannschaft mehr und muss mit Kampf und Einsatz zu Punkten kommen. Fehlt diese Bereitschaft, bleibt Basel dort, wo es jetzt ist: im Mittelfeld.
Yakin hat zwar Recht, wenn er sagt, dass von ihm in dieser kurzen Zeit noch keine Wunder zu erwarten seien. Der langjährige FCB-Spieler steht trotzdem bereits unter Druck. Denn schliesslich wurde er ans Rheinknie geholt, um den Klub wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Je früher, desto besser.
(rek)


