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Herbstliche Hochgefühle bei Bayern München

Sonntag, 21. Oktober 2012, 14:17 Uhr

In der Bundesliga droht im Kampf um den Titel frühzeitig die grosse Langeweile. Bayern München ist der Konkurrenz nach dem Startrekord mit 8 Siegen weit enteilt und spielt in einer eigenen Liga. Wenn es so weiter geht, droht Trainer Jupp Heynckes gar eine Vertragsverlängerung.

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«Die Bayern müssen sich ihre Gegner woanders suchen», meinte Campino, Sänger der Toten Hosen, nach dem 0:5 von Fortuna Düsseldorf gegen Bayern München in der 8. Bundesliga-Runde. Campino, zusammen mit seinen Bandkollegen vor dem Spiel zu Ehrenmitgliedern der Fortuna ernannt, hatte wie die Mehrzahl der Zuschauer in der Düsseldorfer Arena während 90 Minuten nichts zu lachen gehabt.

Die Bayern dominierten von A bis Z, liessen dem Aufsteiger keinen Stich. Trotzdem war die Stimmung hervorragend, als Neuling könne man sich sowieso nicht mit dem Rekordmeister messen, so der Tenor am Rhein. Es sei wie Würstchenbunde gegen Grossraumdisco, wurde die Lage auch beurteilt.

24 Punkte, 26:2 Tore

Fortuna Düsseldorf, bislang durch eine vorzügliche Defensive aufgefallen, blieb gegen die Bayern ebenso hilf- und chancenlos wie zuvor auch Greuter Fürth, Stuttgart, Mainz, Schalke, Wolfsburg, Bremen und Hoffenheim. 8 Spiele, 8 Siege, 24 Punkte, 26:2 Tore sind eine eindrückliche Bilanz. Titelverteidiger Borussia Dortmund kommt bislang gerade einmal auf die Hälfte der Punkte, erste Verfolger sind Eintracht Frankfurt und Schalke 04, bereits 5 und 7 Punkte zurück.

Neben den Zahlen muss die Konkurrenz auch die Stimmung rund um die Bayern erschrecken. Es herrscht Harmonie, auch die kürzlich aufgetauchten Dissonanzen zwischen Sportchef Matthias Sammer und Coach Jupp Heynckes scheinen überwunden. «Wir sind stark, die Stimmung ist gut und wir haben ein breites Kader. Nichts als Freude», meinte der am Samstag einmal mehr überragende Franck Ribéry.

Shaqiri nur noch auf der Bank

Zu den Opfern des aktuellen Bayern-Laufs gehört Xherdan Shaqiri, der in den letzten 5 Bundesliga-Spielen nicht mehr in der Startformation stand und in Düsseldorf gar 90 Minuten auf der Bank sass. Heynckes hat keinen Grund zur Rochade und der Schweizer Internationale kommt aktuell nicht am offensiven Mittelfeldtrio mit Ribéry, Toni Kroos und Thomas Müller vorbei – nicht einmal dann, wenn Arjen Robben einmal mehr verletzt ausfällt.

Nur Guardiola kann Heynckes erlösen...

Zu den «Verlierern» der Situation könnte am Ende auch Coach Heynckes gehören. Eigentlich wollte der 67-jährige Ex-Nationalspieler nach dieser Saison den Trainerjob endgültig an den Nagel hängen und sich am heimischen Niederrhein endlich wieder der Rosenzucht widmen. Doch Präsident Uli Hoeness und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dürften schon bald wieder versuchen, Heynckes noch einmal umzustimmen. Gespräche sind auf die Winterpause angesetzt. Es ist damit anzunehmen, dass Heynckes nur eine Niederlagen-Serie vor einer Vertragsverlängerung bewahren kann. Oder dass Pep Guardiola plötzlich Appetit auf Leberkäs und Weisswurst bekommt...

(ac)