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Super League
Yakin: Klarer Kopf und Ehrgeiz als Erfolgsrezept
Mit der Freistellung in Luzern hat Murat Yakin erstmals in seiner Trainerkarriere einen Rückschlag verkraften müssen. Als Coach des FC Basel kehrt der ehemalige Nationalverteidiger nun an jenen Ort zurück, an welchem er als Spieler die grössten Erfolge feiern durfte. Setzt er in seinem Stammverein zu einem neuen Höhenflug an?
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«Das Umfeld muss stimmen, um Spass und Erfolg zu haben», meinte Murat Yakin einst in der «sportlounge» - damals noch als Trainer des FC Thun. In Luzern hatte dies zum Schluss nicht mehr gepasst. Die Innerschweizer waren miserabel in die neue Saison gestartet, nachdem sie in der Spielzeit zuvor das zweiterfolgreichste Jahr nach dem Meisterjahr 1988/89 bejubeln konnten. Yakin forderte Verstärkungen und lag deshalb im Clinch mit Sportchef Heinz Herrmann und Präsident Mike Hauser.
Der 38-Jährige verlor schliesslich den Machtkampf mit dem FCL-Präsidium und wurde am 20. August entlassen. Es war dies der erste Rückschlag für Yakin, dessen Trainerkarriere bisher nur einen Verlauf kannte: steil nach oben.
Einstieg in 2. Liga interregional
Seine ersten Erfahrungen im Trainer-Metier hatte Yakin als Assistenztrainer bei Concordia Basel und GC gesammelt. Beim Rekordmeister zeichnete er sich auch für den U21-Nachwuchs verantwortlich.
Erstmals als Cheftrainer eines Fanionenteams amtete der 49-fache Schweizer Internationale in Frauenfeld in der 2. Liga interregional. 2009 unterschrieb Yakin einen Vertrag beim FC Thun und schaffte mit den Berner Oberländern auf Anhieb die Rückkehr in die Super League. Ein Jahr später wechselte er zum FC Luzern.
Der Abwehrstratege mit dem Auge fürs Spiel
Als Abwehrstratege bei GC und Basel zeichnete Yakin schon in frühen Jahren sein ausgeprägtes Spielverständnis aus. Als Trainer verfeinerte er diesen Vorzug noch. Er ist in der Lage, sich verändernde Situationen im Spiel schnell zu erfassen und entsprechend zu reagieren. Zudem gilt der ehemalige Nationalverteidiger als ein Übungsleiter, der es ausgezeichnet versteht, sein Team auf einen Gegner einzustellen.
An der Seitenlinie gibt sich Yakin meistens sehr beherrscht. «Am Ende geht es im Fussball um Emotionen, keine Frage», meinte der Neo-FCB-Coach einst in der NZZ am Sonntag , «aber man muss als Trainer einen klaren Kopf behalten, um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden.»
Harte Arbeit und Ehrgeiz als Voraussetzung für Erfolg
Die Coolness an der Seitenlinie soll aber nicht den Eindruck von mangelndem Ehrgeiz wecken. «Man macht diesen Job, um am Ende einen Pokal in die Höhe zu stemmen», stellt Yakin klar. Bereits als Spieler sah sich der ältere Bruder von Hakan Yakin mit dem Vorwurf der Bequemlichkeit konfrontiert. «Ich war kein Trainingsweltmeister», gibt Yakin zu, «doch ohne Ehrgeiz und harte Arbeit wäre ich nie so erfolgreich gewesen.»
Yakin sieht sein emotionales Gleichgewicht und die Kommunikation mit den Spielern als seine grössten Stärken. Er wolle Selbstvertrauen und Ehrgeiz vermitteln, doch auch Bescheidenheit, «denn schliesslich geht es nur um die Leistung und die Resultate», so Yakin.
Am meisten Mühe bereite ihm hingegen, wenn Unruhe von aussen in den Verein getragen werde. «Es werden Unwahrheiten verbreitet und die Leute lassen den Respekt vermissen», nervt sich Yakin. Doch er habe gelernt, sich entweder zu wehren oder über die Dinge hinwegzusehen.
Nun ist er also zurück bei «seinem» FCB. Im Umfeld dürfte es Yakin also an nichts mangeln, und auch die Qualität im Kader lässt für Super-League-Verhältnisse keine Wünsche offen. Die Voraussetzungen sind gegeben, dass Yakins Trainerkarriere nach einem kleinen Knicks wieder in die gewohnte Richtung verläuft.
(dab)


