Fussball
WM-Qualifikation
Deutschlands Spektakel-Remis: «Lehre für alle Zeiten»
Innerhalb von 30 Minuten hat Deutschland gegen Schweden eine 4:0-Führung verspielt. Das ist in der 104-jährigen Geschichte des DFB noch nie vorgekommen. Noch immer tun sich die Protagonisten deshalb schwer, eine Erklärung für das 4:4-Unentschieden zu finden.
«Es ist unerklärlich», meinte Deutschlands Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger nach der Partie, «so etwas habe ich noch nie erlebt. Es darf nie im Leben passieren, dass wir nach 4:0 noch Punkte hergeben.» Dabei schien die DFB-Elf auf den 2. Kantersieg innerhalb von 5 Tagen (nach dem 6:1 in Irland) zuzusteuern. «60 Minuten hat alles geklappt, dann denkt man, es geht von alleine», suchte Toni Kroos einen Erklärungsansatz.
Auch Trainer Joachim Löw ging davon aus, dass es sich um ein mentales Problem handelte: «Wahrscheinlich begann es irgendwo im Kopf.» Und Captain Philipp Lahm legte nach: «Das zeigt wieder, dass es im Fussball Sachen gibt, die nur schwer zu erklären sind.»
Löw: «Müssen daraus lernen»
Team-Manager Oliver Bierhoff wollte nach dem Spektakel nicht zur Tagesordnung übergehen: «Wichtig ist, den Finger in die Wunde zu stecken. Man wird das knallhart analysieren.» Vielleicht habe das Remis, das sich wie eine Niederlage anfühlte, auch ihr Gutes, hoffte Löw. «Wir müssen daraus lernen, dass man das Spiel auch konsequent zu Ende bringt, wenn man führt. Wenn wir nachlassen, passieren eben solche Dinge. Es soll uns eine Lehre für alle Zeiten sein.»
Kloses Rekordjagd rückt in den Hintergrund
Der unerklärliche Einbruch der «Adler» gegen die immer stärker aufkommenden Schweden hatte zur Folge, dass Miroslav Kloses Torrekordjagd im DFB-Trikot zur Randnotiz verkam. Der 34-Jährige liegt nach seinen Länderspieltoren 66 und 67 in der Statistik nur noch einen Treffer hinter der Stürmerlegende Gerd Müller. Darüber mochte sich der Angreifer von Lazio Rom nach der Partie aber nicht mehr den Kopf zerbrechen.
(agenturen/dab)


