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Hans Flatscher - Cheftrainer als Feuerwehrmann
Die Schweizer Ski-Frauen starten mit einem neuen Trainer in die Saison. Hans Flatscher, der ehemalige Speedtrainer der Männer, soll wieder Ruhe ins Frauen-Team bringen und eine schlagkräftige Mannschaft formen. Keine einfache Aufgabe für den Feuerwehrmann, der gleich mehrere Brandherde löschen muss.
«Mein Wunschtraum ist es, irgendwann wieder ein Damen-Team zu haben, auf das die Schweiz stolz sein kann», formulierte Hans Flatscher seine Vision für die Zukunft des Schweizer Frauen-Skisports. Das Ziel ist ambitioniert, doch der Österreicher hat im vergangenen halben Jahr bereits gezeigt, dass er der richtige Mann für diese Mission sein kann.
Viele Brandherde
In der vergangenen Saison brodelte es heftig im und rund um das Schweizer Frauen-Team. Viele schwere Verletzungen dezimierten die Equipe und letztlich eskalierte der Machtkampf zwischen dem ehemaligen Teamchef Mauro Pini und Frauen-Speedtrainer Stefan Abplanalp. Pini und Abplanalp mussten gehen und Flatscher wurde vom Männer-Speedgruppen-Trainer zum Frauenchef befördert.
«Die Mannschaft war im Frühjahr verunsichert. Durch die Turbulenzen des vergangenen Winters, die vielen Verletzungen und vielleicht auch dadurch, dass man die Erwartungen nicht ganz erfüllt hat», umschreibt Flatscher, der seit 18 Jahren mit der Ex-Skirennfahrerin Sonja Nef verheiratet ist, die schwierigen Umstände bei seinem Amtsantritt.
Erste Erfolge
Seither hat sich einiges getan und der 43-Jährige konnte das Team in etwas ruhigeres Fahrwasser lotsen. Im Sommer war «Teambuilding» angesagt. Flatscher nahm sich deshalb viel Zeit für Gespräche mit den Athletinnen. Und das hat offenbar gefruchtet: «Ich habe das Gefühl, die Mannschaft ist jetzt beieinander. Alle ziehen an einem Strick und man geht aufeinander zu, um zusammen den Erfolg einzufahren», beschreibt der ausgewiesene und von allen respektierte Fachmann die derzeitige Stimmung.
Verletzte sind zurück
Und auch das Lazarett hat sich gelichtet. Mit Dominique Gisin (Knie), Andrea Dettling (Schienbein), Fabienne Suter (Kreuzbandriss), Lara Gut (Schulter) und Denise Feierabend hatte Swiss Ski bei den Frauen in der abgelaufenen Saison 6 teils schwer verletzte Athletinnen zu beklagen. Bis auf Feierabend sind alle wieder zurück an Bord.
Dennoch rechnet Flatscher mit einer schwierigen Saison: «Für eine Prognose ist es noch zu früh. Zudem kommen einige der Leistungsträgerinnen aus schweren Verletzungen zurück. Deshalb ist es schwer abzuschätzen, was sie im Rennen umsetzen können.»
Erhält er die nötige Zeit und Ruhe?
Die Mission, auf die sich Flatscher begeben hat, bleibt also schwierig. Bei der Formulierung seines Wunsches hat er denn auch, bewusst oder unbewusst, auf eine Zeitangabe verzichtet. Es bleibt zu hoffen, dass er von Swiss Ski die nötige Zeit erhält. Ansonsten wäre er der 7. Trainer in 13 Jahren, der am Frauen-Team gescheitert ist.
(sil)


