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Island-Schweiz: Das unerwartete Schlagerspiel

Montag, 15. Oktober 2012, 17:49 Uhr

Am Dienstag (20.00 Uhr live auf «SF zwei») tritt die Schweiz in Reykjavik als Leader der WM-Quali-Gruppe E zum Spitzenspiel gegen Island an. Das Team von Ottmar Hitzfeld müsste klarer Favorit sein, wären da nicht der euphorisierte Gegner und die zuletzt schlecht kanalisierten eigenen Emotionen.

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Die erste Warnung hatte Norwegens Coach Egil Olsen im September ausgesprochen. Nachdem sein Team zum Start der WM-Qualifikation in Reykjavik 0:2 verloren hatte, sagte er: «Hier werden noch viele Mannschaften Punkte abgeben.» Der nächste Fingerzeig kam am letzten Freitag, als Island in Albanien 2:1 gewann und «gegen einen spielerisch starken Gegner das bessere Team» gewesen sei, wie der Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld erkannte.

Die beiden Trainer lassen wissen: Island ist in der Gruppe E zwar das Team aus Topf 6, aber Siege sind im Land der Geysire keine Selbstverständlichkeit.

Statistik spricht klare Sprache

Daneben gibt es aber auch das statistische Bild von Island. In der FIFA-Weltrangliste sind die Nordeuropäer bloss als Nummer 97 geführt, umrahmt von Nationen wie Oman, Malawi, Liberia und Moçambique. Die letzte EM-Qualifikation beendete das Team mit 4 Punkten aus 8 Spielen. Von den 4 Begegnungen im heimischen Laugardarvöllur-Stadion gingen deren 3 verloren.

Rang 1 mit Sieg längerfristig sichern

Island als Aussenseiter oder als Geheimtipp? Als Zwischenstation auf dem Weg an die WM 2014 in Brasilien oder als Widersacher um Platz 1? Die Schweiz kann selbst eine Antwort darauf geben. Gewinnt sie am Dienstag, wäre ihr der 1. Platz wohl bis zum Beginn der Endphase der Qualifikation im Herbst 2013 sicher. Mit einem Remis wäre die Schweiz zumindest über die Winterpause Leader der Gruppe E. Verliert sie aber in Reykjavik, fällt sie mindestens auf Platz 2 zurück.

Hitzfeld: «Alles ausblenden»

«Wir haben nicht erwartet, dass Island nur einen Punkt hinter uns sein würde», sagte Valon Behrami. «Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie nicht noch weiter über sich hinauswachsen.»

Nach dem emotionsgeladenen 1:1 gegen Norwegen fordert Hitzfeld: «Wir müssen versuchen, uns auf das Spiel zu fokussieren und alles auszublenden, damit wir uns nicht selber schwächen.» Nach seiner eigenen Entgleisung letzten Freitag mit dem gestreckten Mittelfinger gegen den Schiedsrichter ist aber auch Hitzfeld gefordert, in aufwühlenden Partien die Ruhe zu bewahren.

Ottmar Hitzfeld fordert ein fokussiertes Auftreten.

Vorsicht vor den «nordischen Tugenden»

Der Nati-Coach erwartet von den Isländern «ein hohes Tempo und viel Druck». Das könnte seinem Team etwas mehr Räume als gegen Norwegen bieten, hofft der Lörracher. Hitzfeld warnt aber auch vor den «nordischen Tugenden». Wie die Norweger am Freitag gezeigt hätten, würden solche Mannschaften niemals aufgeben. Daher ist er sich sicher: «Island wird uns alles abverlangen!»

Mit Ausnahme von Eren Derdiyok (gesperrt) wird die Schweiz mit dem gleichen Team wie gegen Norwegen antreten. Für den Hoffenheim-Stürmer soll Mario Gavranovic von Beginn an spielen.

Nati-Coach Hitzfeld über den Gegner.

Live-Hinweis

Das WM-Quali-Spiel zwischen der Schweiz und Island können Sie am Dienstag ab 20.00 Uhr live auf «SF zwei» und im Livestream mitverfolgen. DRS 3 hält Sie  ab 20.00 Uhr auf dem Laufenden.

(Si/bon)