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Hitzfeld entschuldigt sich für Geste

Samstag, 13. Oktober 2012, 15:51 Uhr

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld hat sich für seine «Stinkefinger»-ähnliche Geste entschuldigt, die er beim WM-Qualifikationsspiel Schweiz-Norwegen gemacht hat. «Es tut mir leid, dass das passiert ist», sagte der Lörracher. Konsequenzen könnte es trotzdem absetzen.

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Die Gesten von Ottmar Hitzfeld («sportaktuell»)

Die Geste nach Spielschluss sei «unnötig» gewesen, räumte Hitzfeld ein. «Das geschah in den Emotionen. Ich war stinksauer auf mich, dass wir es nicht geschafft haben, die 3 Punkte zu holen, und dass wir den Vorsprung verspielt haben.» Offenbar hatte sich Hitzfeld bereits beim Pausenpfiff zu einer ähnlichen Geste hinreissen lassen, diese liess er jedoch unkommentiert.

Hitzfelds Gesten im Norwegen-Match

«Gegen mich selbst»

Dass der Unmut dem spanischen Schiedsrichter David Fernandez Borbalan galt, bestreitet Hitzfeld. Deshalb befürchtet der 63-Jährige auch keine Sanktionen: «Was für Konsequenzen soll es haben? Man kann mich nicht bestrafen, wenn ich gegen mich den Stinkefinger mache.»

Gleiches Verdikt wie im «Fall Girard»?

Die FIFA hat angekündigt, sich den Fall anzuschauen und allenfalls weitere Schritte einzuleiten. Sollte sie dabei eine Geste gegen den Schiedsrichter erkennen, dürfte der Ausrutscher nicht ohne Folgen bleiben. Erst diese Woche hatte die UEFA Montpelliers Trainer René Girard mit einer Spielsperre und einer Busse bestraft, weil dieser Schalke-Coach Huub Stevens in der Champions League den Mittelfinger gezeigt hatte.

Stadelmann mit Tadel und Verständnis

Der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann versuchte den Spagat zwischen Tadel und Verständnis. «Das sind Gesten, die wir im Verband nicht sehen wollen», so der Ostschweizer. «Hitzfeld ist sonst immer besonnen, daher wird es ein Einzelfall bleiben. Warten wir ab, was die höheren Instanzen entscheiden.»

Stadelmann kündigte zwar an, sich zu «überlegen, was wir jetzt damit machen», doch zu befürchten hat Hitzfeld verbandsintern wohl nichts. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Stadelmann selbst ein gewisses Verständnis für seinen Trainer aufbrachte. «Der Schiedsrichter hat nicht viel dazu beigetragen, dass man sich nicht überlegt hätte, was da genau los ist.»

Lichtsteiner verteidigt seinen Trainer

Die Spieler, die sich mit den Entscheidungen des Unparteiischen immer wieder schwer getan hatten, nahmen ihren Trainer in Schutz. «Damit beweist er, dass er zu 100 Prozent hinter uns steht und voll mitgeht», sagte Stephan Lichtsteiner. 

Der Aussenverteidiger von Juventus Turin kritisierte Fernandez Borbalan scharf: «Wir arbeiten die ganze Woche hart und gewinnen dann das Spiel wegen des Schiedsrichters nicht. Die Spieler sind die ersten, die Fehler begehen und ich habe kein Problem, wenn auch der Schiedsrichter falsch liegt. Aber diesmal muss man sich schon fragen, ob er es nicht absichtlich gemacht hat. Er hat uns Punkte gestohlen.»

(si/eli)