Motorsport
Formel 1
Kaltenborn übernimmt per sofort bei Sauber
Peter Saubers Rückzug aus dem operativen Bereich setzt sich fort. Zwei Tage vor seinem 69. Geburtstag übergibt der Firmengründer auch die Rolle des Teamchefs an der Rennstrecke an Monisha Kaltenborn. Damit wird die 41 Jahre alte Österreicherin die erste Teamchefin überhaupt in der Formel 1.
«Dass Monisha meine Nachfolge antreten wird, steht ja schon lange fest. Aber der Zeitpunkt war offen. Jetzt passt er für uns beide, und deshalb ist der Moment für die Stabübergabe richtig. Ich konnte ja bereits bei einigen Rennen nicht anwesend sein, zuletzt beim Grossen Preis von Japan, wo das Team eine exzellente Leistung abgeliefert hat», so Peter Sauber. Der Entscheid sei sehr kurzfristig gefallen.
Peter Sauber wird wie bisher Präsident des Verwaltungsrates aller Unternehmungen der Sauber-Gruppe bleiben und auch die Verantwortung für die strategische Ausrichtung tragen wird. «Ich bin ganz sicher, dass Monisha alles Rüstzeug hat, um eine ausgezeichnete Teamchefin zu sein.» Der Zürcher will weiterhin Formel-1-Rennen besuchen: «Ich habe noch immer Freude an der Formel 1 und bin alles andere als müde.»
«Swissness» bleibt
Kaltenborn ist seit Anfang 2010 CEO der Sauber Motorsport AG und für das operative Geschäft in Hinwil verantwortlich. Die Österreicherin trat 2000 als Leiterin der Rechtsabteilung ins Unternehmen ein, wurde wenig später Mitglied der Geschäftsleitung und übernahm deren Vorsitz im Januar 2010. Ende 2011 überschrieb ihr Peter Sauber ein Drittel der Firmenanteile.
An «Swissness» wird das Schweizer Formel-1-Team nicht einbüssen. «Das Glück ist, dass Monisha Kaltenborn dieselben Werte vertritt wie ich sie in den letzten 40 Jahren in der Firma vertreten habe», beschwichtigt Sauber. «Es ändert sich nicht viel», bestätigt auch Kaltenborn selber.
Kaltenborn will Team weiter nach oben führen
Ihr sei die grosse Verantwortung, die sie für das Rennteam von Peter Sauber trage, natürlich sehr bewusst, sagt Kaltenborn. «Er hat das Team vor über 40 Jahren gegründet, und im nächsten Frühjahr jährt sich der erste Formel-1-Grand-Prix für Sauber zum 20. Mal. Wir sind das viertälteste Team in der Formel 1. So etwas in einem schwierigen Umfeld aufzubauen und zu erhalten, ist eine grossartige unternehmerische Leistung. Ich habe mir hohe Ziele gesetzt und möchte das Team im Sinne von Peter Sauber weiterentwickeln und zu Erfolgen führen», so die Österreicherin indischer Herkunft.
(si/ako)


