Inhalt

Fussball

Nationalmannschaft

Hitzfelds Aufstellung: Kontinuität und starke Joker

Mittwoch, 10. Oktober 2012, 20:12 Uhr

Ottmar Hitzfeld hat in den ersten Trainings der Schweizer Nati keine Zweifel offen gelassen, wie seine Startelf im WM-Quali-Spiel vom Freitag gegen Norwegen (20.00 Uhr auf «SF zwei») aussehen dürfte. Trotzdem bieten sich dem Coach dank starken Ersatzspielern zahlreiche Optionen, falls es eine zähe Angelegenheit wird.

Bild

Das ist eher ungewöhnlich, selbst für Ottmar Hitzfeld: Bereits nach dem 1. Training schien klar, welche 11 Spieler am Freitag im wegweisenden Spiel gegen Norwegen in der Startelf stehen werden. Der Nati-Coach verteilte die Leibchen im Sinne der Kontinuität: Benaglio, Inler, Shaqiri und Co. spielten ihr «Trainings-Mätschli» vor zahlreichen Fans gegen ihre Ersatzleute.

Die wahrscheinliche Startaufstellung der Schweiz gegen Norwegen:

Diego Benaglio; Stephan Lichtsteiner, Johan Djourou, Steve von Bergen, Ricardo Rodriguez; Gökhan Inler, Valon Behrami; Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka, Tranquillo Barnetta; Eren Derdiyok.

Distanzschüsse und Standards als Rezept

In den Trainings-Einheiten liess Hitzfeld insbesondere Standard-Situationen trainieren. Vor allem das Defensiv-Verhalten stand dabei im Zentrum. Der Lörracher ist überzeugt, dass dies gegen die kräftigen und stämmigen Norweger nötig ist. Im Weiteren legte Hitzfeld den Fokus auf die Angriffsauslösung: Immer wieder liess er Seitenwechsel und Distanzschüsse trainieren.

Gavranovic mit viel Elan

Falls das Spiel - wie es durchaus möglich ist - zäh verläuft und es lange 0:0 steht, dann bieten sich Hitzfeld einige Optionen auf der Bank. Für Eren Derdiyok, der als einzige Sturmspitze trotz seiner Baisse mit Hoffenheim unbestritten ist, könnte beispielsweise nach 70 Minuten Mario Gavranovic ins Spiel kommen. Der FCZ-Spieler legte sich im Training augenfällig ins Zeug. Auch der formstarke Nassim Ben Khalifa ist eine interessante Option.

Stocker und Dzemaili als «Joker»

Das Prunkstück der Nati ist das Mittelfeld mit Xherdan Shaqiri, Valon Behrami, Granit Xhaka, Gökhan Inler und Tranquillo Barnetta. Von den letzten 8 Schweizer Toren sind die Mittelfeldspieler für deren 6 verantwortlich. Trotzdem wird sich Hitzfeld je nach Spielverlauf überlegen müssen, einen Valentin Stocker beispielsweise für Barnetta ins Spiel zu bringen. Der FCB-Flügel ist schnell, wendig, technisch stark und damit auf jeden Fall eine Bereicherung für den Angriff.

Eine weitere interessante Option für Hitzfeld ist Blerim Dzemaili, der jedoch deutlich defensiver agiert als beispielsweise Xhaka. Der Napoli-Söldner zeigte im Training, dass seine Distanzschüsse von beeindruckender Qualität sind.

Djourou unbestrittener Abwehrchef

Bleibt die Defensive: Dort muss Timm Klose trotz seiner guten Leistungen bei Nürnberg momentan hinten anstehen. Dass Hitzfeld auf Johan Djourou setzt, ist nachvollziehbar. Mit dem bei Arsenal oft überzähligen Djourou als Abwehrchef spielte die Nati zuletzt zweimal zu Null.

Hitzfeld fordert Konzentration

Fazit: Das Gerüst der Nati steht, denn für Hitzfeld gibt es nach dem erfolgreichen Start in die WM-Qualifikation keinen Grund, etwas zu ändern. Viel wichtiger ist dem 63-Jährigen, auf die «grosse Bedeutung» des Norwegen-Spiels hinzuweisen. Gegen die Skandinavier geht es um die Vorherrschaft in der Gruppe E - und um diese zu festigen, fordert Hitzfeld von seinen Spielern «Konzentration und Ernsthaftigkeit».

In den ersten Trainings hat die junge Mannschaft gezeigt, dass sie diese Vorgabe umsetzen will - mit einer beeindruckenden Reife und Professionalität.

TV-Hinweis

Das WM-Quali-Spiel zwischen der Schweiz und Norwegen können Sie am Freitag ab 20.00 Uhr live auf «SF zwei» und im Livestream mitverfolgen.

(gafr/rst)