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Ben Khalifa arbeitet sich wieder nach oben

Dienstag, 9. Oktober 2012, 11:40 Uhr

Nassim Ben Khalifa wurde 2009 mit der Schweizer U17-Nati Weltmeister. Nach dem Durchbruch bei GC wechselte Ben Khalifa 2010 zu Wolfsburg, ohne jedoch zu reüssieren. Zurück bei den Grasshoppers will der Romand seine Karriere neu lancieren.

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Nassim Ben Khalifa – der abgeschobene Weltmeister, der jetzt Gold wert ist («sportlounge»)

Plötzlich war das Interesse an ihm riesengross. 2009 in Nigeria gewann Nassim Ben Khalifa nicht nur den U17-WM-Titel, sondern wurde auch mit dem Silbernen Ball für den zweitbesten Spieler des Turniers ausgezeichnet. Die Scouts der grossen Klubs schrieben sich den Namen des Stürmers mit dicken Stiften in ihre Notizbücher.

Zu dieser Zeit hatte Ben Khalifa bereits seine ersten Einsätze für GC hinter sich, dennoch war der anschliessende Schritt zu den Profis gross: «Bei den Profis sind alle Spieler natürlich stärker und reifer, das war schon eine gewaltige Umstellung.»

Kein Einsatz in der Bundesliga

Gewaltig war die Umstellung für Ben Khalifa auch, als er in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg wechselte. Einerseits war dies den finanziellen Problemen der Grasshoppers geschuldet, die für ihr Sturm-Juwel eine beträchtliche Ablösesumme erhielten. Anderseits war es auch Ben Khalifa, der unbedingt den Schritt ins Ausland wagen wollte.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Der damals 18-Jährige kam in der Bundesliga zu keinem einzigen Einsatz, sondern musste vorwiegend in der Reserve spielen. Der heute 20-Jährige zieht jedoch kein schlechtes Fazit aus seiner Zeit in Wolfsburg: «Ich habe dort viel gelernt, Negatives wie Positives. Ich würde auch jetzt sagen, dass es eine keine falsche Entscheidung von mir war.»

WM-Titel hat keine Bedeutung mehr

Hat ihn der WM-Titel zu unrealistischen Träumen verleitet? Ben Khalifa sagt, dass der damalige Erfolg für ihn keine grosse Bedeutung mehr hat: «Den Titel zu holen, war sicher schön, doch damit kann ich mir nichts kaufen.» Da Ben Khalifa in Wolfsburg keine Chance auf Spielpraxis sah, die Wolfsburger ihn aber nicht verkaufen, sondern nur ausleihen wollten, musste sich der 3-fache Nationalspieler nach Alternativen umsehen.

Über Nürnberg kam Ben Khalifa dann zu YB. Dort darbte der Romand unter Trainer Christian Gross weiter. Neben verschiedenen Verletzungen kamen bei den Young Boys auch die fehlenden Resultate dazu. Für Ben Khalifa war spätestens in der Winterpause, als viele neue Spieler kamen, klar, dass «ich als ausgeliehener Spieler nicht mehr wichtig war».

Trainer Forte steht hinter Ben Khalifa

Es war Ben Khalifas Wunsch, zu den Grasshoppers zurückzukehren zu können. «Ich bin froh, wieder bei GC zu sein, weil wir eine tolle junge Mannschaft haben, die viel Potenzial besitzt.» Auch Trainer Uli Forte ist glücklich, Ben Khalifa in seinem Kader zu wissen: «Er ist ein technisch begnadeter Stürmer, der für unsere Mannschaft von enormer Wichtigkeit ist.»

Ben Khalifa arbeitete sich derart wieder nach oben, dass er nun auch wieder im Kader der Nationalmannschaft für die WM-Qualispiele gegen Norwegen und Island steht. Der junge Angreifer steht nun definitiv wieder auf der Sonnenseite des (Fussballer-)Lebens.

(ako)