Fussball
Europa League
«Besondere Moral» in Basel - YB «schlecht belohnt»
Während Basel in der Europa League zum zweiten Mal in Folge Unentschieden gespielt hat, setzte es für YB erneut eine Niederlage ab. Am Rheinknie sind sich die Protagonisten nicht einig, ob der eine Punkt nun zufriedenstellend sei oder nicht. Derweil hadern die Hauptstädter mit dem Schicksal.
3 Punkte waren im Europa-League-Heimspiel gegen Genk budgetiert, schliesslich resultierte für den FC Basel nach einem 0:2-Pausenrückstand ein Zähler. Der Tenor bei «Rot-Blau» war eindeutig: Es wäre mehr drin gelegen, aufgrund des Spielverlaufs muss man aber mit einem Punkt zufrieden sein.
So versuchte Trainer Heiko Vogel in erster Linie denn auch, die positiven Aspekte herauszustreichen. «Wenn ich alle Umstände berücksichtige, dann bin ich sehr zufrieden über das Zustandekommen des Unentschiedens.» Damit sprach der FCB-Coach nebst dem Rückstand auch die 2 verletzungsbedingten Wechsel an, die eine «grosse Unruhe» ins Team gebracht hätten. Alex Frei (Platzwunde am Kopf) und Aleksandar Dragovic (Sprunggelenkverletzung) hatten das Feld vorzeitig verlassen müssen.
Sommer: «Es war frustrierend»
«Wir mussten uns zurückkämpfen», unterstrich Captain Marco Streller. Es sei nicht einfach gewesen, Lösungen zu finden gegen ein Team, das so tief steht und kein Druck macht. Genk war weitgehend chancenlos geblieben, schlug aber eiskalt zu, wenn sich die Gelegenheit ergab. «Es war frustrierend», sagte Torhüter Yann Sommer, der beim 0:1 patzerte, «ich musste das ganze Spiel hindurch keinen Ball halten, ausser wenn ich ihn aus dem Netz holen musste.»
In der 2. Halbzeit gelang es dem FCB schliesslich doch noch, die drückende Überlegenheit in Tore umzumünzen und damit den Ausgleich zu erzwingen. «Diese Moral ist etwas Besonderes», hielt Vogel fest. «Am Ende wäre gar noch ein Sieg drin gelegen», sagte Streller. Dem Angreifer missfielen die Leistungsschwankungen, welche den FCB in dieser Saison auch in der Meisterschaft begleiten: «Wir müssen es endlich einmal schaffen, über 90 Minuten gut zu spielen.»
YB für gute Leistung schlecht belohnt
Gute 90 Minuten zeigte YB gegen Anschi Machatschkala, wurde aber bei der 0:2-Niederlage «schlecht belohnt», so Abwehrspieler Alain Nef: «Wir zeigten ein sehr gutes Spiel und hatten die Partie im Griff». Wie auch Trainer Martin Rueda sah der Nationalverteidiger den Hauptgrund für die Niederlage in der mangelnden Chancenauswertung. «Wenn man die Chancen auf diesem Niveau nicht nützt, wird es schwierig, zu gewinnen.»
Für die Berner war es nach dem 3:5 gegen Liverpool bereits die 2. Niederlage in der Europa-League-Gruppenphase. Müssen die Hauptstädter den Traum vom Überwintern im Europacup bereits vorzeitig begraben? «Ich bin überzeugt, dass wir noch den einen oder anderen Punkt holen werden», gibt sich Rueda noch nicht geschlagen. Und Nef fügt an: «Wir glauben noch immer an unsere Chance.»
(dab)


