Fussball
FIFA-WM 2014
Schweizer Schiedsrichter im WM-Abseits
In Zürich haben sich in der vergangenen Woche die weltbesten Schiedsrichter zum 1. Vorbereitungscamp für die WM 2014 in Brasilien getroffen. Ausser FIFA-Referee-Chef Massimo Busacca suchte man einen Schweizer Vertreter aber vergebens.
Bild
Die Schweiz kann auf erfolgreiche Schiedsrichter-Generationen zurückblicken. Bruno Galler, Kurt Röthlisberger, Urs Meier sowie Massimo Busacca hatten Weltformat und gehörten zur Elite der Schiedsrichter-Zunft. Doch nach dem Rücktritt von Busacca fehlt ein geeigneter Nachfolger. Die Schweizer Schiedsrichter drohen in den kommenden Jahren international ins Abseits zu laufen.
CL als Voraussetzung für WM-Einsätze
Um die Chance auf einen WM-Einsatz zu bekommen, braucht ein Schiedsrichter Einsätze in der Champions League. «Schiedsrichter auf hohem UEFA-Niveau sammeln mit Einsätzen in der Champions League die nötigen Erfahrungen, um an der WM zu pfeifen», fasst Busacca die FIFA-Kriterien für eine WM-Nomination zusammen. Aktuell pfeift aber kein Schweizer Unparteiischer in der europäischen Königsklasse.
Refs derzeit nur Mittelmass
Die Realität für Schweizer Refs lautet derzeit aber Super League und da stehen sie derzeit mehr in der Kritik, als dass sie gelobt werden. Auch Carlo Bertolini, Chef der Schweizer Schiedsrichter, sieht Defizite: «Zur Zeit sind unsere Refs nicht top.» Als Folge davon, figuriert kein Schweizer in den beiden höchsten Kategorien des UEFA-Schiedsrichter-Rankings. Diese Kategorien würden für einen Champions-League-Einsatz berechtigen.
Schiedsrichter im Teufelskreis
Um sich verbessern zu können, brauchen die einheimischen Refs professionellere Strukturen. «Heutzutage ist es nicht mehr möglich, grosse und wichtige internationale Turniere als Schiedsrichter zu erleben, wenn man nebenbei noch 50 bis 80 Prozent arbeitstätig ist», ist Nachwuchs-Hoffnung Adrien Jaccottet überzeugt.
Doch die Einführung des Profitums für Schiedsrichter ist gemäss Bertolini kurz- und mittelfristig keine Option für den Schweizer Fussballverband: «Dafür ist eine Menge Geld notwendig.» Geld, das momentan nicht zur Verfügung steht. Die Schweizer Schiedsrichter befinden sich derzeit in einem Teufelskreis.
(sil)


