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GC: Nach 6 Jahren wieder ganz oben

Dienstag, 2. Oktober 2012, 13:03 Uhr

Erstmals seit fast 6 Jahren führen die Grasshoppers wieder die höchste Schweizer Liga an. Die Zürcher wollen aber «auf dem Boden bleiben». Die Akteure sprechen aus Erfahrung: Lange genug musste der Klub unten durch.

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GC-Trainer Uli Forte und Keeper Roman Bürki nach dem St.-Gallen-Spiel.

Was erlebten die Grasshoppers in den letzten Jahren doch für Tiefschläge: Den Abbruch des Hardturm-Stadions (2008), die Affäre um den Hochstapler Volker Eckel (2009), die regelmässige Abwerbung von Teamstützen oder Talenten wie Fabio Coltorti (2007), Raul Bobadilla (2009), Nassim Ben Khalifa (2010) oder Innocent Emeghara (2011) sowie die Katastrophen-Saison 2011/12, die ohne die Skandale um Xamax und Sion zum Abstieg geführt hätte.

Fan-Zuspruch nimmt zu

Nun steht der Rekordmeister wieder ganz oben, erstmals nach 2153 Tagen. Das wurde von den Fans, die am Montagabend zahlreich wie lange nicht im Letzigrund aufmarschiert sind (14'400), ausgiebig gefeiert. Der Klub selbst zeigte sich ebenso stolz: «LEADER!», hiess es auf der GC-Homepage.

Bild Die GC-Homepage am 2. Oktober
Die GC-Homepage am 2. Oktober www.gcz.ch

Seit der 0:2-Niederlage gegen Sion zum Saisonstart haben die Grasshoppers nicht mehr verloren. Die letzten 7 Spiele gewannen die Zürcher allesamt zu null. «Das ist momentan unsere Stärke. Wir stehen defensiv sehr gut», sagt Roman Bürki, der neue Schweizer Rekordtorhüter (seit 630 Minuten ungeschlagen). «Roman ist ein wichtiger Pfeiler in dieser Geschichte», freut sich auch GC-Coach Uli Forte.

Grichting stabilisierte Abwehr

Besonders gut getan hat den Hoppers offensichtlich auch die Verpflichtung von Stéphane Grichting. Der Walliser Ex-Internationale hat zustandegebracht, was Johann Vogel bei seinem Comeback-Versuch letzte Saison nicht gelungen ist: Die Stabilisierung der Defensive. 5 Gegentore haben Bürki, Grichting und Co. bisher kassiert - 23 waren es zum selben Zeitpunkt letzte Saison.

Wie stark die Abwehr ohne Grichting ist, wird vielleicht der FC Thun dieses Wochenende testen: Grichting musste in der Pause verletzt vom Feld. Der 33-Jährige leidet möglicherweise an einem angerissenen Aussenband, eine Bestätigung aus der medizinischen Abteilung liegt noch nicht vor.

Warnung vor falscher Euphorie

Trotz der momentanen Leaderposition bleiben die Hauptakteure realistisch. Die Mannschaft müsse auf dem Boden bleiben, sagt Coach Forte. «Das ist meine Aufgabe, die Aufgabe des gesamten Staffs, des ganzen Vereins.» Die Tabellenführung sei eine Momentaufnahme, jetzt gehe es darum, sich auf die nächste Partie vorzubereiten. Keeper Bürki bestätigt: «Für uns ist das zwar ein Super-Ergebnis. Aber wir müssen auf dem Weg bleiben und in den Trainings immer alles geben. Dann kommt es gut.»

Die Mahnungen sind wohl angebracht. Die Grasshoppers gehören noch nicht wieder zu den Schweizer Grossklubs. Ihre finanziellen Möglichkeiten lassen sich nicht mit jenen des FC Basel, der Young Boys oder Sions vergleichen - auch wenn Verwaltungsratspräsident Andre Dosé das Budget erhöhen will.

Starker Nachwuchs

Dafür zahlt sich der langjährige Fokus auf die Nachwuchsarbeit langsam aus. Mit einer weiterhin sehr jungen Equipe und vielen Eigengewächsen hat GC (zumindest vorerst) die Spitze der Liga erobert - und die Nachwuchsnationalmannschaft gleich dazu: Am Tag nach ihrem Erfolg über St. Gallen erhielten 5 GC-Spieler das Aufgebot für die U21-EM-Barrage-Spiele.

(boe)