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Pirmin Schwegler - Frankfurts Herzstück

Montag, 1. Oktober 2012, 13:48 Uhr

Eintracht Frankfurt mischt derzeit die Bundesliga mächtig auf. Der kecke Aufsteiger grüsst nach 6 Bundesliga-Spielen noch ungeschlagen als erster Bayern-Verfolger von Tabellen-Rang 2. Am Höhenflug der Adler aus der Banken-Metropole ist mit Captain Pirmin Schwegler auch ein Schweizer massgeblich beteiligt.

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6 Spiele, 5 Siege, ein Unentschieden und 16 Punkte. So lautet die Ausbeute der Frankfurter Eintracht in der neuen Bundesliga-Saison. Besser ist bisher noch kein Aufsteiger gestartet. So werden derzeit in der deutschen Presse nur Superlative im Zusammenhang mit dem Team von Armin Veh verwendet.

«Herzstück» Schwegler

Im Zentrum der Eintrachter Hausse steht Pirmin Schwegler. Der 25-jährige Mittelfeldspieler ist Captain der Mannschaft und gehört als rechte Hand von Coach Veh mittlerweile zu den Schlüsselspielern. In der deutschen Presse wird er zuweilen als «Spielmacher» oder «Quarterback» bezeichnet. Frankfurts Vorstandvorsitzender Heribert Bruchhagen adelte den Luzerner, der in dieser Saison bereits ein Tor verbuchen konnte, jüngst mit der Aussage, er sei das «Herzstück der Eintracht».

Schwegler gilt als besonnen und reif und wird deshalb von seinen Mitspielern und Fans geachtet. Genau diese Tugenden lassen ihn auch im Erfolg auf dem Boden bleiben. Er sagt zwar, «ich bin stolz, Captain zu sein», schiebt aber gleich nach: «Wir sollten nicht viel reden, sondern einfach weiter hart arbeiten.»

Mit harter Arbeit zum Erfolg

Mit harter Arbeit und Willenskraft hat Schwegler auch seinen derzeitigen Status erreicht. Der jüngere Bruder von Christian Schwegler (derzeit in Österreich bei Salzburg), war als Kind an Leukämie erkrankt und besiegte die Krankheit. Sportlich schaffte er den Aufstieg via Luzern und YB, was ihm 2005 den Sprung in die Bundesliga ermöglichte. Doch sein Weg führte nicht stetig aufwärts. Nach seinem Wechsel von Leverkusen zu Frankfurt 2009 erlebte der Schweizer mit dem Abstieg in die 2. Bundesliga 2011 auch die Schattenseite des Geschäfts.

Porträt Pirmin Schwegler (glanz & gloria vom 14.06.2010)

Während andere das sinkende Schiff verliessen, blieb Schwegler an Bord und übernahm das Ruder. Diese Loyalität beeindruckte und unterstreicht nur seinen gefestigten und einwandfreien Charakter. Der Verein belohnte die Klubtreue im vergangenen Frühjahr schliesslich mit einer Vertragsverlängerung bis 2015.

Hessen brauchen Messi nicht

Es scheint, als habe Schwegler sein Glück in Frankfurt gefunden. Es müsste schon viel passieren, um ihn in der derzeitigen Verfassung zu verdrängen. «Wenn Messi kommt, gebe ich die Binde aber gern ab», hatte Schwegler noch zu Beginn der Saison gescherzt, als Frankfurt noch als Abstiegskandidat gehandelt wurde. Die Hessen haben aber bewiesen, dass sie Messi gar nicht brauchen.

Keine Nachricht von Hitzfeld

Einen wunden Punkt gibt es aber noch bei Schwegler: Fragen zur Nati beantwortet der Ettiswiler nicht gerne. Trotz seiner zuletzt überragenden Leistungen hatte er nie mehr etwas von Nati-Coach Ottmar Hitzfeld gehört. Schweglers letztes von bisher 11 Nati-Spielen datiert denn auch vom 9. Februar 2011 (0:0 im Test auf Malta).

«Ich müsste lügen, wenn ich sage würde, dass mich das nicht schmerzen würde», gab Schwegler kürzlich zu Protokoll. Öffentlich beklagen mag er sich aber nicht. Das übernimmt sein Coach Veh: «Die Schweiz muss eine richtig gute Mannschaft haben, wenn für Pirmin kein Platz ist.» Es bleibt abzuwarten, ob Hitzfeld den Fingerzeig verstanden hat.

(sil)