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Fussball

Serie A

Verloren und doch gewonnen: Italien feiert Klose

Donnerstag, 27. September 2012, 12:12 Uhr

Miroslav Klose hat sich in der italienischen Serie A als fairer Sportsmann erwiesen. Der Lazio-Stürmer erzielte im Spiel bei Napoli am Mittwochabend beim Stand von 0:0 ein Tor per Hand. Im Anschluss zeigte Klose seine Regelwidrigkeit allerdings dem Schiedsrichter an, der den Treffer daraufhin nicht gab. Lazio verlor schliesslich mit 0:3.

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In der 4. Minute spedierte Klose den Ball nach einem Eckball per Hand ins Napoli-Tor. Es folgten heftige Proteste der Neapolitaner, bei denen Gökhan Inler und Valon Behrami im Einsatz standen. Klose setzte den Diskussionen aber eigens ein Ende. Der Deutsche informierte Schiedsrichter Luca Banti über die Irregularität des Treffers.

«Mir ist der Ball an die Hand gesprungen», sagte Klose. «Es ist für mich das Normalste auf der Welt, dies dem Schiedsrichter dann auch zu sagen», fügte der 124-malige Nationalspieler hinzu.

Bild Mirsolav Klose informiert Schiedsrichter Luca Banti über die Irregularität seines Tores.
Mirsolav Klose informiert Schiedsrichter Luca Banti über die Irregularität seines Tores. keystone

Cannavaro: «Dafür verdient er einen Preis»

Kloses bemerkenswerte Geste löste viel Beifall aus. Die Napoli-Fans im San-Paolo-Stadion applaudierten dem Deutschen und auch Napolis Spieler lobten Kloses Handlungsweise. «Man kann ihn für sein Verhalten nur bewundern», sagte Captain Paolo Cannavaro. «Dafür verdient er einen Preis.»

Auch Lazio-Coach Vladimir Petkovic sieht Klose als Vorbild: «Sein Verhalten ist für den ganzen Fussball ein Beispiel», so der ehemalige YB-Trainer. Und «Bravo!», meinte Napolis Coach Walter Mazzarri.

Lob von Gazzetta und Blatter

In einer von Ergebnismanipulationen und Wettskandalen erschütterten Serie A ist Klose ein Vorbild an Fairness. «Bravo Klose», titelte die Gazzetta dello Sport  am Donnerstag und meinte: «Was für eine schöne Geste.» Klose sei in einem kranken Fussball eine Ausnahmeerscheinung.

Bild «Bravo Klose» - Lob von der «Gazzetta dello Sport».
«Bravo Klose» - Lob von der «Gazzetta dello Sport». SF

Via Twitter meldete sich selbst FIFA-Präsident Joseph Blatter zu Wort: «Bravo Miro Klose für diese Geste gestern Abend», twitterte der Walliser am Donnerstag. Dies zeige, dass man ein grossartiger und fairer Spieler zugleich sein könne, meinte Blatter.

2005: Elfmeter abgelehnt

Es war nicht das erste Mal, dass Klose mit einer solch fairen Geste auffiel. Am 30. April 2005 hatte sich der damals noch für Werder Bremen spielende Klose geweigert, einen Elfmeter gegen Arminia Bielefeld anzunehmen, der nicht gerechtfertigt war. Damals gewannen die Bremer dennoch mit 3:0. In Neapel musste er dagegen nach 3 Toren von Edinson Cavani mit 0:3 vom Platz.

(Agenturen/bon)