Fussball
Super League
Die Auferstehung
Nach 38 Tagen ohne Sieg in der Super League hat sich der FC Basel mit einem 4:1-Erfolg gegen Sion zurückgemeldet. Nicht nur der Meister feierte gegen die Walliser seine Auferstehung, sondern auch Philipp Degen, der mit seinen beiden Toren Mann des Spiel war.
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Dass ein Verteidiger in einer Partie 2 Tore erzielt, kommt äusserst selten vor. Dass Philipp Degen in einem Spiel 2 Mal ins Schwarze trifft, kam noch nie vor - bis zum gestrigen Abend. Der 29-Jährige, der in den letzten Jahren immer wieder durch Verletzungen oder Krankheit zurückgebunden worden war, netzte beim 4:1-Sieg gegen den FC Sion gleich doppelt ein.
«Lange auf solche Gefühle gewartet»
«Da kam alles hoch», beschreibt Degen seine Gefühle nach dem herrlichen Treffer zum 2:1, als er den Ball nach einer perfekten Flanke von Alex Frei volley unter die Torlatte zimmerte. «Auf solche Gefühle habe ich lange gewartet, nach einer solch langen Leidenszeit.»
Schier endlose Verletzungsliste
Lang war die Leidenszeit des Aussenverteidigers in der Tat. In seiner Zeit bei Borussia Dortmund (2005 - 2008) plagten Degen ein Innenbandanriss des Sprunggelenks, ein Leistenbruch und ein Seitenbandriss im Knie.
Nach dem Wechsel zu Liverpool und Stuttgart (2008 - 2011) machte sich die Leiste des Baslers weiter bemerkbar, es folgten ein Rippenbruch und 2 Brüche im Fuss. Als alles überstanden war wurde beim Aussenverteidiger zudem das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert. Degen verbrachte mehr Zeit bei Ärzten als auf dem Trainingsplatz, seine Marktwertentwicklung las sich wie die Börsenkurse nach dem 11. September 2001.
Auch in FC Basel (ab 2011) liess die Verletzungshexe den jüngeren der beiden Degen-Zwillinge nicht in Ruhe. Ein Muskelfaserriss anfangs dieser Saison bremste Degen erneut aus.
Vogels Mut hat sich ausbezahlt
Nun hat er sich auf eindrückliche Art und Weise zurückgemeldet. Heiko Vogels Schachzug, Degen für Markus Steinhöfer einzusetzen, hat sich voll ausbezahlt. Sowohl Degen wie auch der FCB, der erstmals nach einem Monat und 3 Super-League-Spielen ohne Sieg wieder gewinnen konnte, sind auferstanden. «Ich bin froh, dass ich den FCB helfen konnte», so Degen bescheiden.
In der 2. Hälfte «furios gespielt»
Seine Hilfe war auch bitter nötig. Denn bis zu Degens 1. Treffer in der 42. Minute passte beim Meister nicht viel zusammen. «Da war zu wenig Leidenschaft im Spiel», so FCB-Coach Vogel nach der Partie. Entsprechend sei er in der Halbzeitpause «etwas lauter geworden.» Danach hätten seine Mannen aber «furios gespielt». Degens herrliches 2:1 löste den Knoten dann vollends.
Glücklich, unverletzt geblieben zu sein
«Darauf kann ich aufbauen», so der Doppeltorschütze nüchtern. Er sei auch glücklich, dass er unverletzt geblieben ist. Wer nach 2 Toren und einem Sieg eine solche Aussage macht, illustriert deutlich, wie sehr er in den letzten Jahren gelitten hat. «Ich hoffe, dass es so weitergeht und ich das Vertrauen in meinen Körper zurückgewinnen», sagt Degen. Die beiden Tore dürften ihm dabei geholfen haben.
(bon)


