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Lüthi: «Ich will in die MotoGP-Klasse»
Tom Lüthi hat in der laufenden Saison schon 6 Podestplätze gefeiert, doch am Sonntag setzte es beim Moto2-GP in San Marino eine Enttäuschung ab. Im Interview spricht der 26-jährige Emmentaler über die Gründe für Rang 9, seine Chancen in der WM-Wertung und sein grosses Karriere-Ziel.
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Tom Lüthi, vor 3 Wochen hat beim letzten GP in Tschechien der 2. Rang resultiert. Nun folgte in Misano mit dem 9. Platz das schlechteste Saisonergebnis - woran lag es?
Lüthi: Ich weiss es selber noch nicht genau. Probleme hatte ich mit dem Bremsen, das Vorderrad wollte immer «wegklappen». Es war ein steter Kampf gegen mich selbst und das Material. Ich konnte mich nicht dagegen wehren. So verlor ich Rang um Rang.
Mit 77 Punkten Rückstand auf WM-Leader Marc Marquez dürften die Titelträume begraben sein. Wie lauten die Ziele für die verbleibenden 5 Rennen?
Marquez ist vorne weg, das muss man realistisch sehen. Der 2. Gesamtrang liegt aber noch drin, es sind noch viele Punkte zu holen. Das Wichtigste ist, dass wir das Rennen analysieren und wissen, was wir falsch gemacht haben oder was kaputt gegangen ist.
Im letzten Jahr dominierten Stefan Bradl und Marquez. Ersterer stieg in die MotoGP auf. Nun ist Marquez der Gejagte und wird im nächsten Jahr ebenfalls in der Königsklasse starten. Ist der Weg im nächsten Jahr frei für Sie?
Das kann man so nicht sagen. Es kommen immer andere nach, es beginnt immer alles von vorne. Ich werde nicht automatisch einen Platz besser sein, nur weil Marquez nicht mehr da sein wird.
Früher haben Sie die MotoGP als Traum deklariert, in diesem Sommer als Ziel. Wie hoch stehen die Chancen, dass Sie dereinst MotoGP-Fahrer sein werden?
Derzeit sieht es so aus, dass es im nächsten Jahr nicht der Fall sein wird. Aber ganz klar: Ich will den Schritt in die MotoGP-Klasse schaffen. Das bleibt mein Ziel. Ich weiss heute noch nicht, wann ich es schaffen werde. Aber ich verfolge dieses Ziel weiter.
Weshalb hat es noch nicht geklappt?
Es sind viele Sachen, die da stimmen müssen. Das Wichtigste ist der Erfolg in der Moto2-Klasse, dessen bin ich mir bewusst. Je erfolgreicher ich bin, desto grösser sind die Chancen, dass zum Beispiel dann auch die Finanzierung klappt.
Aber ein Bradley Smith, der nur etwas mehr als die halbe Punktzahl wie Sie aufweist, fährt 2013 in der MotoGP.
Das ist etwas, was mich als Fahrer ein wenig nervt. Er kann aus anderen Gründen wahrscheinlich nun diesen Schritt machen. Er hat den richtigen Sponsor im Rücken.
Ist es in solchen Fällen ein Nachteil, Schweizer zu sein?
Als Schweizer hat man Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass wir nicht extrem viele sind. Das heisst, man muss sich nicht im eigenen Land durchsetzen. Das andere ist der Markt. Wenn es um die Finanzierung geht, ist es beispielsweise einfacher, wenn man Spanier oder Italiener ist. Da ist alles eine Nummer grösser.
Besteht unter den Schweizer Fahrern viel Kontakt?
Dies geschieht eher per Zufall. Man trifft sich und unterhält sich kurz. Als Kolleg- oder Freundschaft kann man dies nicht bezeichnen. Ich will möglichst vor jedem Fahrer sein, egal ob dies nun ein Schweizer oder ein Spanier ist.
(Interview: Philippe Jäggi)


