Eishockey
NHL
Der «Run» auf die NHL-Stars kann beginnen
Nach dem Entscheid, den Spielbetrieb in der NHL nicht planmässig aufzunehmen, geht in Europa das Buhlen um die Nordamerika-Stars los. Auch die Klubs der NLA wollen für ihre Fans den einen oder anderen Top-Shot in die heimische Arena lotsen. Doch das Spektakel ist nicht gratis und könnte für einige Klubs zu teuer werden.
Bild
Thornton, Nash, Brière. Das waren nur einige der klingenden Namen, die anno 2004/05 auf Schweizer Eis zu bewundern waren. Beim letzten Lockout erlagen einige der besten NHL-Spieler dem Lockruf der NLA. Vor allem Meister Davos profitierte immens vom Zuzug der beiden Stürmer Joe Thornton und Rick Nash. Die beiden wirbelten für die Bündner und führten sie zum Meistertitel.
Davon träumen auch die übrigen NLA-Klubs. Vor allem die finanziell gut betuchten Klubs aus Bern, Lugano und Zürich dürften tief in die Transferkasse greifen. Das ist laut dem Schweizer Thomas Roost, Spielerscout in Diensten der NHL und für die Schweiz zuständig, auch nötig. «Das wird sehr teuer. Ein guter Spieler kann schnell einmal 300'000 bis 500'000 Franken kosten. Und das ist nur die Versicherungssumme.» Lohn und sonstige Kosten müssen da noch dazuaddiert werden. Da lohnt sich also eine reifliche Überlegung.
Lockout nur von kurzer Dauer?
Wäre Roost ein Teammanager, würde er nach eigenen Aussagen keinen NHL-Spieler holen: «Ich gehe davon aus, dass in 2 bis 3 Monaten in der NHL wieder gespielt wird.» Als Grund nennt er den Druck der Klubeigentümer und Sponsoren, insbesondere des neuen TV-Partners NBC, die viel Geld investiert haben. «Das wissen auch die Spieler. Deshalb werden viele nicht in Top-Form und auch nicht sonderlich motiviert in die Schweiz kommen», so Roost weiter.
Pech für Niederreiter und Bärtschi
Einigen ist der Weg nach Europa gar rechtlich versperrt. «Bei Spielern mit Zweiweg-Verträgen entscheidet die Franchise, ob sie sie ziehen lassen wollen oder in die Minor Leagues abschieben.» Pech also für das Schweizer Duo Nino Niederreiter (New York Islanders) und Sven Bärtschi (Calgary Flames). Die beiden Schweizer Hoffnungen wurden kurz vor Bekanntwerden des Lockouts zu den Farmteams ihres Klubs geschickt.
(sil)


