Eishockey
NHL
Der NHL-Lockout ist Tatsache
Die Tarifverhandlungen zwischen der NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA sind vorerst gescheitert. Beide Parteien liessen ein Ultimatum in der Nacht auf Sonntag verstreichen. Damit ist der 3. Lockout seit 1994/95 Tatsache.
Die Streitparteien konnten sich trotz intensiver Verhandlungen während der letzten Wochen nicht über eine Neuverteilung der Gesamteinnahmen von 3,3 Milliarden Dollar einigen. Die Liga hatte von den Spielern einen Verzicht von 10 Prozent (ein Anteil von 47 Prozent statt bisher 57) gefordert. Dies lehnte die NHLPA ab, worauf die Liga zum 3. Mal seit der Saison 1994/95 einen Lockout der Spieler beschloss.
Keiner will nachgeben
«Wir haben am Samstag nochmals mit der Gegenseite gesprochen, doch es gab keinen Anlass zu weiteren Verhandlungen, da keine der Parteien ein neues Angebot unterbreiten konnte», kommentierte der NHL-Beauftragte Bill Daly den Entscheid. «Wir entschuldigen uns dafür. Das ist nicht das, was wir erwartet oder erhofft hatten.» Wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, ist derzeit offen.
Damit wird die Saison nicht wie geplant am 11. Oktober beginnen. Es ist das 4. Mal, dass die NHL den Spielbetrieb nicht planmässig aufnehmen kann. 1992 streikten die Spieler während 10 Tagen und kämpften für Verbesserungen der Playoff-Prämien und des Free-Agent-Systems. 1994/95 setzte die Liga den ersten Lockout während 101 Tagen durch, nachdem kein neuer Arbeitsvertrag zustande gekommen war. 2004/05 fiel wegen des 2. Lockouts erstmals die gesamte Saison aus.
Vorfreude auf Thornton und Co.
Einige der ausgesperrten NHL-Stars dürften, wie zuletzt in der Saison 2004/05, die Zeit in der Schweiz überbrücken. Schon vor Wochen hatten beispielsweise San Joses Joe Thornton und Rick Nash von den New York Rangers angekündigt, bei einem allfälligen Lockout wieder für den HC Davos spielen zu wollen. Die beiden Stürmer hatten die Bündner 2005 gemeinsam zum Meistertitel geführt.
(sil)


