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Der NHL läuft die Zeit davon

Samstag, 15. September 2012, 11:24 Uhr

Heute um Mitternacht (Eastern Time) läuft in Nordamerika das Ultimatum im Tauziehen um einen neuen Tarifvertrag zwischen der NHL und der Spielergewerkschaft NHLPA ab. Sollten die beiden Streitparteien kurz vor ultimo keine Einigung erzielen, wird der 4. Lockout in der Geschichte der Liga Tatsache.

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Die Zeichen für einen planmässigen Start der NHL am 11. Oktober stehen nicht gut. Stunden vor Ablauf der Verhandlungsfrist sind die Fronten zwischen der  Liga, inklusive den Klubbesitzern, und der Spielergewerkschaft weiterhin verhärtet.

Lockout praktisch unvermeidbar

«Die Frage ist nicht, ob der Lockout Tatsache wird, sondern wie lange er dauern wird», schreibt beispielsweise die Online-Ausgabe des Edmonton Journals  am Tag der Entscheidung. In Nordamerika rechnen praktisch alle mit dem Unvermeidbaren, nämlich damit, dass die Liga zum 4. Mal nach 1992, 1994/95 und 2004/05 von einem Streik betroffen wird.

Wer erhält das grösste Kuchenstück?

Streitpunkt ist wie immer das Geld. Die Liga und die Klubbesitzer fordern, dass die Spieler auf einen beachtlichen Anteil der Gesamteinnahmen der Liga verzichten. Der Kuchen soll neu verteilt werden, bisher durften die Spieler 57 Prozent der Einnahmen selber einstreichen. Gemäss der Liga sollen sie künftig nur noch 47 Prozent erhalten.

«Wir müssen eine Grenze ziehen, sonst verlangen sie immer mehr», verteidigt Calgarys Captain Jarome Iginla die Streikabsicht der Spielergewerkschaft. Die Wut der Spieler ist verständlich, hatten sie doch beim bisher letzten Lockout 2004/05, dem erstmals die ganze Saison zum Opfer fiel, letztlich einer 24-prozentigen Lohnkürzung und der Einführung eines Salary Caps (Einführung einer Lohnobergrenze) zugestimmt.

Auf der anderen Seite fordern die Teammanager Konzessionen aufgrund der veränderten Wirtschaftslage. «Wir finden, 43 Prozent für die Liga und die Klubs sind nicht genug, um alle Kosten zu übernehmen. Das ist kein fairer Deal», meint Liga-Boss Gary Bettman. Unter diesen Umständen scheint die Findung eines Kompromisses in dieser knappen Zeit einer Quadratur des Kreises gleichzukommen.

Gewinner und Verlierer

Während des internen NHL-Tauziehens gibt es auch ausserhalb Nordamerikas Gewinner und Verlierer. Die Eishockeyfans hierzulande dürfen sich nach 7 Jahren erneut auf NHL-Stars im Multipack freuen. Doch Spieler, die auf einen Durchbruch in dieser Saison in der NHL gehofft hatten, sehen sich ihrer Chancen beraubt.

Magnus Pääjärvi ist ein solcher. Der schwedische Internationale und 2009-Draft der Edmonton Oilers spielte 2 Jahre lang in der besten Liga der Welt, ehe er in der vergangenen Saison in die AHL abgeschoben wurde. Im diesjährigen Trainingscamp der Oilers wollte er sich wieder für höhere Aufgaben empfehlen, doch wegen des drohenden Lockouts wurden die Trainings kurzfristig gestrichen. «Ich bin extra nach Edmonton geflogen, um mir im Camp ein Trikot zu erobern und durchzustarten. Ich wollte allen zeigen, was ich kann. Aber so ist es einfach nur frustrierend.»

(sil)