Tennis
Davis Cup
Federer: «Mir fehlt die Sicherheit auf Sand»
Roger Federer eröffnet am Freitagmittag im Einzel gegen Thiemo de Bakker das Davis-Cup-Duell mit Holland. Vor dem Kampf um den Verbleib in der Weltgruppe spricht die Weltnummer 1 über ihr Mammut-Programm in diesem Sommer, die Umstellung auf Sand und die Stärken des Gegners.
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Roger Federer, rund eine Woche ist vergangen seit dem Viertelfinal-Aus an den US Open in New York. Wie gut haben Sie sich körperlich und mental erholen können?
Federer: Es geht mir eigentlich recht gut. Klar bin ich noch etwas müde. Ich bin nun schon seit Ende April fast permanent unterwegs. Ich hatte mich aber darauf eingestellt, bis zu den US Open durchzuspielen. Nun kommt noch der Davis Cup hinzu. Obwohl es eine strenge Zeit ist, freue ich mich sehr auf dieses Wochenende. Es sind ja maximal drei Partien, ich hoffe aber, dass ich nur eine oder zwei spielen muss.
Sie haben sich erst spät für eine Teilnahme am Davis Cup entschieden. Was war der Grund für das lange Zögern?
Ich wusste nicht, wie lange ich an den US Open im Einsatz stehen würde und wie ich mich danach fühlen werde. Der Davis Cup war immer ein Ziel von mir. Doch ich musste die Teilnahme von meinem Abschneiden in New York abhängig machen.
Die Partie gegen Holland findet auf Sand statt. Wie schwer fällt Ihnen die Umstellung nach den Hartplatz-Turnieren?
Mir fehlt in diesem Jahr ein wenig die Sicherheit auf Sand, wenn ich ehrlich bin. Ich hatte in Paris recht viel Mühe. In Madrid war die Unterlage schnell und rutschig und in Rom spielte ich im Sog des Turniersieges von Madrid. Deshalb fehlt mir sozusagen die «Sandplatz-Basis» in dieser Saison.
Sie haben 2003 schon einmal im Davis Cup in Holland gespielt. Wie schätzen Sie diesen Gegner ein?
Die Holländer haben ein lautes, begeisterungsfähiges Publikum, welches den Spielern dazu verhelfen kann, über sich hinauszuwachsen. Dazu haben sie mit Jean-Julier Rojer einen Doppelspezialisten im Team, der sich in den Top 20 der Weltrangliste befindet. Was den Davis Cup besonders gefährlich macht, ist die Tatsache, dass du deine Kräfte nicht einteilen musst. Du kannst an einem Tag alles geben und wenn du am nächsten Tag nicht mehr magst, spielt ein anderer. So ist jeder Spieler zu einem Exploit fähig.
Sie müssen am Freitag bereits um 11.00 Uhr morgens zum Einzel gegen Thiemo de Bakker antreten. Ein Nachteil?
Das würde ich nicht sagen, eher im Gegenteil. Das dürfte meinem Jetlag nach New York entgegen kommen. Ich hoffe, dass ich schnell aus den Startblöcken komme und für die Schweiz punkten kann. Dann kann Stanislas Wawrinka in seinem Einzel gegen Robin Haase befreit aufspielen.
Wie wichtig wäre der Verbleib in der Weltgruppe für die Schweiz?
Wichtig ist vielleicht das falsche Wort, es wäre auf jeden Fall schön, zumal wir fast in Bestbesetzung antreten können. Ich möchte im Vorfeld aber nicht unnötig den Druck auf das Team erhöhen. Wir werden auf jeden Fall alles daran setzen, um in der Weltgruppe zu verbleiben.
TV-Hinweis
Auf «SF zwei» und im Livestream können Sie alle Partien der Davis-Cup-Playoffrunde zwischen der Schweiz und den Niederlanden live mitverfolgen. Das erste Einzel am Freitag zwischen Roger Federer und Thiemo de Bakker beginnt am Freitag um 11.00 Uhr. Im Anschluss spielt Stanislas Wawrinka gegen Robin Haase. Das Doppel steht am Samstag ab 14.00 Uhr auf dem Programm.


