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NHL-Lockout: Es geht um viel bis am Samstag

Donnerstag, 13. September 2012, 9:50 Uhr

Am 15. September entscheidet sich, ob die NHL-Saison 2012/13 termingerecht am 11. Oktober beginnen kann. Finden sich die Klubbesitzer und die Spielergewerkschaft bis am nächsten Samstag nicht, ist zumindest ein partieller Lockout Tatsache. Dies hätte auch Folgen für die NLA.

6 Fragen und 6 Antworten zum möglichen Lockout und seinen Folgen:

Um was geht es beim Lockout?

Am 15. September 2012 läuft der Gesamtarbeitsvertrag in der NHL aus. Bis dahin müssen sich die 30 Klubbesitzer in der besten Liga der Welt sowie die Spielergewerkschaft (NHLPA) über einen neuen Kontrakt einig werden. Sonst wird der Saisonstart verschoben. Im Extremfall droht wie 2004/05 ein kompletter Ausfall der Saison.

Was fordern die beiden Seiten?

Es geht um das liebe Geld. Bislang bekamen die Spieler 57 Prozent der Gesamteinnahmen von 3,3 Milliarden Dollar - «zu viel», wie Liga-Boss Gary Bettman unmissverständlich deutlich machte. Die Teambesitzer wollen den Profis in den kommenden 6 Jahren nur noch 46 Prozent zugestehen, die NHLPA hatte im bislang letzten Angebot auf 54 Prozent beharrt.

Wie stehen die Chancen auf eine Einigung?

Die Chancen auf eine rasche Einigung bis am kommenden Samstag sind gering. Zwar trafen sich die beiden Lager am Mittwoch in New York zu einem informellen Treffen, die Fronten sind aber verhärtet. Die letzten offiziellen Verhandlungen führten am 31. August zum Abbruch der Gespräche.

Was geschieht, wenn man sich nicht einig wird?

Werden sich die beiden Seiten nicht einig, sperren die Klubbesitzer die Spieler aus. Dies würde bedeuten, dass auf einen Schlag etwa 750 Profis auf dem Transfermarkt wären. Ein Lockout bedeutet aber noch nicht, dass die ganze Saison abgeblasen wird. Experten halten den Ausfall der gesamten Spielzeit für unrealistisch. ZSC-Sportchef Edgar Salis sagte am Mittwoch im Tages-Anzeiger:  «Den Ausfall der Weihnachtsspiele kann sich die NHL wegen der wichtigen TV-Verträge nicht leisten. Darum habe ich das Gefühl, dass spätestens Mitte Dezember gespielt wird.»

Was bedeutet ein Lockout für die NLA?

Wird in Nordamerika (vorerst) nicht gespielt, stünde plötzlich eine Vielzahl von NHL-Topstars als mögliche NLA-Transfers zur Verfügung. Die russischen Spieler dürften zwar praktisch ausnahmslos in die zahlungskräftige KHL gehen. Aber weil die schwedische Liga beschlossen hat, Gastspieler nur für die komplette Saison aufzunehmen, ist die NLA für die übrigen Akteure die attraktivste Option. Davos hat bereits seine Fühler nach dem Duo Joe Thornton/Rick Nash ausgestreckt. Ebenfalls begehrt sind die Schweizer NHL-Söldner, weil diese das Ausländerkontingent nicht belasten.

Welche Risiken bestehen für die Klubs?

Wer einen Nicht-Schweizer aus der NHL verpflichtet, braucht automatisch eine der acht Ausländerlizenzen. Beginnt dann die NHL-Saison doch noch oder entpuppt sich der kurzfristige Zuzug als Fehltransfer, ist diese Lizenz «verbraucht». Zudem wird eine Verpflichtung teurer als noch 2004/05 - und dies nicht primär wegen dem Salär. Die NHLPA rät ihren Mitgliedern, den künftigen Arbeitgeber aufzufordern, den NHL-Vertrag im Falle einer Verletzung zu versichern. Das kann bei Topstars rasch in einen 6-stelligen Bereich gehen.

(rek)