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Schwere Fehler bei Hillsborough-Katastrophe

Mittwoch, 12. September 2012, 18:35 Uhr

Mindestens 41 der 96 Todesopfer bei der Stadion-Katastrophe von Hillsborough im Jahr 1989 hätten gerettet werden können, wenn die Sicherheitskräfte besser reagiert hätten. Das geht aus einem neuen Bericht der britischen Regierung hervor.

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Der Bericht stellte schwere Fehler bei den Polizei- und Rettungskräften sowie falsche Schuldzuweisungen im Anschluss fest. Polizei und Retter hätten bei der Massenpanik am 15. April 1989 nicht schnell genug reagiert. Später hätten sie versucht, die Verantwortung auf die Opfer zu schieben.

Bei dem Unglück waren während dem Cupspiel Nottingham - Liverpool im Hillsborough-Stadion von Sheffield 96 Liverpool-Fans getötet und hunderte weitere verletzt worden.

«Tagesschau»-Bericht vom 15.4.2009 anlässlich des 20. Jahrestages der Hillsborough-Tragödie

Polizei zensurierte Berichte

Eine unabhängige Kommission hatte während 18 Monaten rund 450'000 Dokumente studiert, die von der Regierung freigegeben worden waren. Die Kommission stellte dabei fest, dass die Polizei aus Berichten Passagen entfernt hatte, die sie in negativem Licht darstellten.

Cameron entschuldigt sich

Der britische Premierminister David Cameron entschuldigte sich im Namen der Regierung für die Fehler. Cameron erklärte, die Angehörigen hätten in den vergangenen Jahren doppelt gelitten: Einmal durch den Tod geliebter Menschen, und dann dadurch, dass diesen fälschlicherweise eine Mitschuld gegeben worden sei. Jetzt könnte es eine neue gerichtliche Untersuchung geben.

Im Anschluss an das Unglück waren die Fans von der Polizei und Medien als betrunken und aggressiv hingestellt worden. Insbesondere das Boulevard-Blatt The Sun  schob den Fans die Hauptschuld zu. Neue Untersuchungen belegen, dass ein Grossteil der Opfer keinesfalls zu viel Alkohol im Blut hatte.

Angehörige erleichtert

Vertreter der Angehörigen reagierten positiv auf den Bericht und die Entschuldigung des Premiers. «Wir sind der Meinung, dass ein Durchbruch geschafft wurde», sagte Trevor Hicks von der Organisation Hillsborough Justice Campaign. «Die Wahrheit ist ans Licht gekommen, morgen folgt die Gerechtigkeit.»

Die Hillsborough-Tragödie hat sich tief ins Gedächtnis von Fans und Bevölkerung in Liverpool eingetragen. Der FC Liverpool ist nächste Woche in der Europa League zu Gast bei den Young Boys.

Fans und Gerry and the Pacemakers singen «We'll never walk alone» am Hillsborough-Gedenktag.

(Agenturen/boe)