Eishockey
NLA
ZSC Lions: Zwischen Aufbruch und Konstante
Nach dem Gewinn des 7. Meistertitels der Klubgeschichte steht der ZSC vor der Saison der Bestätigung. Der Titelverteidiger aus der Limmatstadt muss sich neben 10 Zuzügen auch an Coach Marc Crawford gewöhnen. Die Konstante bildet demgegenüber Mathias Seger, der in die 14. Saison mit den Lions steigt.
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Die «Finalissima» zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions hätte an Dramatik kaum überboten werden können. Steve McCarthys Treffer zum Meistertitel fiel erst 2 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit in Spiel 7. In Spiel 5 standen die Lions mit dem Rücken zur Wand, ehe Mathias Seger die Zürcher in der Verlängerung mit dem 2:1 erlöste.
Zuvor hatten die Zürcher nach durchzogener Qualifikation und Rang 7 mit «Sweeps» gegen Titelverteidiger Davos und den EV Zug einen beeindruckenden Steigerungslauf hingelegt. Dieser gipfelte in McCarthys Meistertor, nachdem der «Z» in der Final-Serie gegen den SCB mit 1:3 in Rückstand gelegen hatte.
Gedanken an den Meistertitel verbannen
Doch seither hat sich bei den Lions einiges getan und die Gedanken an die elektrisierende Finalserie und die dramatischen Schlusssekunden sollen höchstens noch im Hinterkopf präsent sein. «Es beginnt ein neues Kapitel. Wir haben uns vorgenommen, den Meistertitel abzuhaken, denn ansonsten wird es für die Mannschaft sehr schwierig, in die Saison zu starten», warnte Routinier Mathias Seger.
Die grössten Veränderungen hat der Kader auf den Ausländerposten und an der Seitenlinie erfahren. Von den vier Ausländern ist einzig Jeff Tambellini auch in der neuen Spielzeit dabei. Der Vertrag mit Meisterschütze McCarthy wurde nicht verlängert. Auch der 37-jährige Domenico Pittis hat in den neuen Plänen keinen Platz mehr. Stattdessen holten die Verantwortlichen im Hallenstadion drei Akteure mit NHL-Erfahrung ins Boot.
Ausländer «mit Potenzial zum Verzücken»
Der 29-jährige Amerikaner Ryan Shannon, der in seiner Karriere auf 318 Einsätze in der besten Liga der Welt kam, soll ebenso wie der 25-jährige Kanadier Gilbert Brulé (308 NHL-Einsätze) die Offensive verstärken. Der amerikanische Verteidiger Matt Lashoff (25) lief über 70 Mal in der NHL auf, spielte aber mehrheitlich in der AHL. «Sie sind alle sehr talentiert und haben sicherlich das Potenzial dazu, um das Publikum in den Schweizer Stadien zu verzücken», deckte Seger seine neuen Kollegen mit Vorschusslorbeeren ein.
Mit Ur-Klotener Roman Wick, den Sportchef Edgar Salis als «wichtiges Puzzleteil» bezeichnete, sowie Genf-Rückkehrer Morris Trachsler haben die Lions weitere starke Zuzüge im Angriff vermelden können. In der Verteidigung stossen neben Lashoff Marco Maurer (Rapperswil) und Cédric Hächler (Malmö) dazu. Phil und Chris Baltisberger sowie Ersatzgoalie Tim Wolf wurden von den GCK Lions in die 1. Mannschaft befördert.
Seger vor seiner 14. ZSC-Saison
Nach dem Abgang von Kultkeeper Ari Sulander ist Seger der mit Abstand erfahrenste Spieler im Team. Der 34-jährige Verteidiger steigt in seine bereits 14. Saison mit den Lions. «Das Schöne ist, dass ich immer noch sehr motiviert bin», freute sich der Schweizer Rekordnationalspieler. Segers Führungsqualitäten hat auch der neue Trainer Marc Crawford rasch erkannt. «Als ich mir die Zürcher Playoff-Spiele auf Video anschaute, erkannte ich sofort, wie charakterstark, wie smart Seger ist. Er spürt das Spiel, die Situationen», lobte der Kanadier seinen Captain im Interview mit dem Tages-Anzeiger.
Das Erbe von «Bandengeneral» Hartley
Überhaupt zeigte sich Crawford nach den ersten Wochen mit der Mannschaft voll des Lobes. «Es ist ein smartes Team, vielleicht das intelligenteste, das ich je gecoacht habe», sagt der 51-jährige Kanadier. Nach dem vorzeitigen Abgang von Bob Hartley in die NHL zu den Calgary Flames - womit der ZSC zum 3. Mal in diesem Jahrtausend seinen Meistertrainer verlor - hofft Crawford, von der Arbeit seines Vorgängers profitieren zu können. Seger findet, dass die beiden Coaches durchaus vergleichbar seien. «Beide sind mit grossem Herzen dabei. Sie fordern sehr viel von der Mannschaft und haben taktisch sicherlich ähnliche Vorstellungen.»
Durchzogener Eindruck in Vorbereitung
Inwiefern die ZSC-Ausgabe 2012/13 bereits zusammengefunden hat, konnte man anhand der Testspiele nicht ablesen. Denn die Vorbereitung verlief mit 5 Siegen in 10 Spielen durchzogen, doch am Samstag gewann der ZSC dank eines 4:2-Finalsiegs über Kloten den «Team Cup» . Bezüglich Saisonzielen möchte Seger denn auch nicht abheben. «Möglich ist immer alles, aber wir müssen uns bewusst sein, dass es keine einfache Saison wird für uns.»
(sas)


