Eishockey
NLA
Neuer Anfang, alte Besen und ein Batterie-Hase
Die Kloten Flyers und die Rapperswil-Jona Lakers haben schwierige Zeiten hinter sich. Auf die neue Saison hin soll bei beiden Vereinen alles besser werden. In Rapperswil hat man sich mit routinierten Kräften verstärkt, in Kloten ist unter neuer Führung Ruhe und (finanzielle) Stabilität eingekehrt.
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Wenig hatte gefehlt und die Klotener «Flieger» hätten im Sommer ein Grounding erlebt. Für viele unvorstellbar, stand der dienstälteste NLA-Klub urplötzlich vor dem Bankrott. Schliesslich traten die Unternehmer Philippe Gaydoul und Thomas Matter auf den Plan und retteten den fünffachen Schweizermeister vor dem Ruin.
Wick ein paar Stationen südwestlich im Einsatz
Ende gut, alles gut? Nicht unbedingt. Denn die Sanierung hatte Opfer gefordert. Das Trainerduo Anders Eldebrink/Felix Hollenstein musste Kloten nach zahlreichen Jahren treuen Dienstes verlassen. Ebenso der Ur-Klotener Roman Wick, den man sich in der Flughafenstadt nicht mehr leisten konnte und wollte. So kurvt der Nationalspieler künftig ein paar Tramstationen südwestlich seiner alten Heimat im Hallenstadion über das Eis.
«Uns war von Anfang an klar, dass es einen Neuanfang geben muss, wenn wir Kloten retten wollen», verteidigt Gaydoul seine Personalentscheide. «Es ist das einzig Richtige.»
Starker Team-Esprit und «ein Krampfer» an der Bande
Ansonsten blieb der Kader des Playoff-Viertelfinalisten aber mehrheitlich zusammen, was für den Teamzusammenhalt spricht. In der ungewissen Sommerzeit zeigten sich die Spieler solidarisch und verzichteten darauf, den Verein zu verlassen.
An Klotens Bande steht neu der unerfahrene Tomas Tamfal. «Ein Krampfer», beschreibt ihn Gaydoul. «Ein bescheidener, bodenständiger Typ.» Der 45-jährige Tscheche, der bislang Klotens U20 und die U19-Nati der Schweiz trainiert hat, wird von Frédéric Rothen assistiert. Rothen trug von 2005 bis 2010 das Dress der «Flieger» und hat einen guten Draht zu den Spielern.
Wichtigster Neuzugang ist Patrick von Gunten, der nach einer Saison in Schweden (Frölunda) zurückkehrt. Ansonsten wurde auf hochkarätige Transfers verzichtet. So kommt es, dass Kloten nach den Abgängen von Niklas Nordgren und Duvie Wescott nur mit 2 Ausländern in die neue Saison startet: Mit Micki Dupont und dem gerade erst verpflichteten Schweden Emil Lundberg. Tommi Santala laboriert weiterhin an einem Knorpelschaden im Knie und dürfte noch länger ausfallen.
Lakers setzen auf Routiniers
Aktiver auf dem Transfermarkt war man in Rapperswil-Jona, wo auf den dunkelblauen Trikots bekannte Namen wie Sejna, Aebischer oder Kolnik aufgestickt wurden. Spieler, die in ihren Vereinen nicht mehr erste Wahl waren, jedoch über genügend Routine verfügen sollten, um die Rosenstädter vor einem Fiasko wie in der letztjährigen Qualifikation zu bewahren.
Damals belegte die Mannschaft von Harry Rogenmoser nach 50 Runden und nur gerade 40 Punkten abgeschlagen den 12. Rang. Dass sich die Lakers im Playout-Halbfinal mit 4:1 Siegen gegen Genf durchsetzten, kam einer Überraschung gleich.
Sejna «wie ein Duracell-Häschen»
«Alte Besen kehren gut», scheinen sich die St. Galler zu sagen. Denn Peter Sejna (33 Jahre), Juraj Kolnik (31) und Goalie David Aebischer (34) gehören nicht mehr zu den Jüngsten der Liga. Vom Ex-Davoser Sejna verspricht sich Lakers-Coach Rogenmoser viel: «Er ist wie ein Duracell-Häschen. Er läuft und läuft und läuft, geht voran, übernimmt eine Leaderfunktion, kann die anderen mitreissen. Ich denke, an ihm werden wir noch viel Freude haben.»
Gespannt ist man auch auf Robbie Earl. Der 27-jährige Amerikaner wurde von Salzburg verpflichtet, bestritt zuvor aber auch NHL-Einsätze für Toronto und Minnesota. Der dunkelhäutige Flügel ist in der Schweiz kein Unbekannter. Im Dezember hatte er Davos am Spengler Cup verstärkt und dabei als Vorbereiter geglänzt.
(bon)


