Eishockey
NLA
Neue Saison, neuer Existenzkampf
Nichts Neues in der Berner Provinz: Der EHC Biel und die SCL Tigers werden auch in der neuen Saison verbissen um einen Playoff-Platz kämpfen. Die Seeländer versuchen es mit einer verstärkten Offensive, die Emmentaler wollen sich Schub mit der runderneuerten Ilfis-Halle holen.
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Der EHC Biel sorgte in der letzten Saison mit der Playoff-Qualifikation für die Überraschung. Auch in der neuen Saison werden die Seeländer wieder zu den Kandidaten für den «rettenden» Rang 8 gehören. Allerdings wird Biel erneut darauf angewiesen sein, dass einer der gesetzten Kandidaten für die Playoffs schwächelt, so wie dies zuletzt bei Genf-Servette der Fall war.
Steineggers Routine fehlt
Fundament des Bieler Erfolgs war die Defensive vor dem überragenden Keeper Reto Berra, die so manchen Gegner zur Verzweiflung brachte. Nicht mehr dabei sein wird Routinier Martin Steinegger, der nach seinem Rücktritt nun als Sportchef amtiert und seine immense Erfahrung an Coach Kevin Schläpfer weitergeben soll. Steineggers Routine-Lücke soll der 35-jährige Dominic Meier füllen, der vom SC Bern ausgeliehen wurde. Verzichtet haben die Bieler auf das Engagement eines ausländischen Verteidigers, nachdem man seit dem Aufstieg vor mittlerweile vier Jahren vergebens nach einem geeigneten Spieler gesucht hat.
Ein kanadisches Quartett im Sturm
Somit setzt Biel im Angriff auf ein ausländisches Quartett. Neben Topskorer Ahren Spylo und dem kampfstarken Eric Beaudoin sollen Marc-Antoine Pouliot und Jacob Micflikier der zuletzt etwas schwachbrüstigen Offensive der Bieler neue Impulse verleihen. Die beiden Kanadier haben sich vor allem in der AHL gute Referenzen erarbeitet, Center Pouliot hat daneben auch 192 Spiele in der NHL bestritten und hoffte bis in den Sommer auf eine neues Engagement in Übersee.
In den Testspielen haben Pouliot und Micflikier bereits munter geskort, sie könnten sich als die gewünschten Verstärkungen vor dem gegnerischen Kasten erweisen. Neu im Bieler Sturm sind mit Steve Kellenberger und Jeffrey Füglister auch zwei weitere Spieler aus der «Klotener Schule», sie sollen die Abgänge von Topskorer Alain Miéville und von Marco Truttmann kompensieren helfen.
SCL Tigers starten in die Zukunft
Bei den SCL Tigers, die letzte Saison die Playoffs klar verpassten, dreht sich zum Start der neuen Saison alles um das ins erneuerte Stadion. In der sanierten Ilfis-Halle wollen die Langnauer künftig das wirtschaftliche Fundament legen, um wieder besser mit der grossstädtischen Konkurrenz mithalten zu können. Denn das Ziel im Emmental kann nur ein regelmässiger Platz in den Playoffs sein.
Die laufenden Bauarbeiten bedeuten jedoch auch, dass die «Tiger» ihre ersten 10 Meisterschaftsspiele auswärts austragen werden. Die grosse Premiere im Emmental geht erst am 20. Oktober über die Bühne. Angesichts der Heimstärke der SCL Tigers könnte dieser Saisonstart im Kampf um die Playoff-Plätze zu einer frühzeitigen Hypothek werden.
Bäumle der neue Conz?
Sportlich setzt man grosse Hoffnungen auf Goalie Thomas Bäumle. Der aus Ambri gekommene Solothurner soll zur Lebensversicherung werden, die der Amerikaner Robert Esche als Nachfolger von Benjamin Conz nur selten war. Zurzeit ist Bäumle wegen einer Fussverletzung noch nicht einsatzfähig und wird bei Saisonstart durch den Tschechen Jaroslav Hübl ersetzt. Neu in Langnau sind auch die Stürmer Etienne Froidevaux und Adrian Brunner (beide vom SC Bern) sowie Arnaud Jacquemet (Kloten Flyers), die beim Meister von 1976 die Chance packen wollen, mehr Verantwortung zu übernehmen. Da Topskorer Simon Moser zu Beginn der Saison fehlen wird, werden die Zuzüge gleich voll gefordert sein.
Wann kommt der vierte Ausländer?
Kapazität haben die Tigers vorerst noch bei den Ausländerjobs: Mit Verteidiger Mark Popovic und den Stürmern Pascal Pelletier und Kurtis McLean sind erst drei Plätze vergeben – Goalie Hübl besitzt nur ein temporäres Engagement. Gut möglich, dass John Fust und sein Staff noch eine prominente Verstärkung präsentieren werden. Vielleicht am 20. Oktober, zur Premiere in der neuen Ilfis.
(ac)


