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Fussball

WM-Qualifikation

Lorik Cana - Albaniens Kämpferherz

Sonntag, 9. September 2012, 9:31 Uhr

Bereits am Dienstag steht für die Schweizer Nationalmannschaft in Luzern gegen Albanien die zweite Partie in der WM-Qualifikation auf dem Programm. Niemand verkörpert Albaniens Stärken besser als Captain Lorik Cana, der auch eine Vergangenheit in der Schweiz hat. Ein Porträt.

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Gut möglich, dass sich Albaniens Lorik Cana während der Vorbereitung auf das WM-Qualifikationsspiel Schweiz-Albanien an die eine oder andere Episode aus seiner Jugend erinnert. Der 29-jährige Mittelfeldspieler von Lazio Rom spielte nämlich von 1997 bis 2000 in der Juniorenabteilung des FC Lausanne.

Vom Staatenlosen zum Franzosen

Zwischen seinem 6. und 16. Lebensjahr lebte Cana mit seiner aus dem Kosovo emigrierten Familie in der Waadtländer Gemeinde Cheseaux-sur-Lausanne. Als Paris Saint-Germain auf den Nachwuchsspieler aufmerksam wurde und den zu diesem Zeitpunkt staatenlosen Cana französische Pässe anbot, zog dieser 2000 mitsamt Familie in die Metropole an der Seine.

Nati-Premiere in der Schweizer «Wahlheimat»

2002 debütierte Cana im A-Team des PSG, und nur wenige Monate später flatterte ein erstes Aufgebot für Albaniens Nationalmannschaft ins Haus. Der Zufall wollte es, dass Canas Debüt auf nationaler Ebene im Welschland stattfand. Am 11. Juni 2003 entschied die Schweiz dieses EM-Qualifikations-Spiel gegen Albanien im Stade de Genève mit 3:2 knapp für sich.

Auf der Lohnliste zahlreicher Traditionsvereine

Mit den Jahren entwickelte sich Cana zu einem international erfahrenen Routinier. Auf seine Zeit beim Pariser Nobelverein folgte 2005 ein 4-jähriges Engagement bei Olympique Marseille, wo der Mittelfeld-Puncher auch zum Kapitän aufstieg. Nach einjährigen Abstechern in Sunderland und bei Galatasaray Instanbul landete Cana 2011 in Italiens Hauptstadt bei Lazio Rom.

Karten statt Tore

Cana gilt gemeinhin als echter «Sechser», der als Abräumer vor der Abwehr die Viererkette entlastet und gegen vorne für die schnelle Angriffsauslösung zuständig ist. Sein Spielstil kennzeichnet sich eher durch leidenschaftlichen Einsatz und kompromissloses Grätschen als durch technische Kabinettstückchen aus. Seinem Karrieretotal von 12 Toren stehen 7 Platzverweise und über 100 gelbe Karten gegenüber.

Bekennender Patriot

Seine Landesfarben vertritt er mit besonderer Leidenschaft, sowhl auf dem Platz als auch in Form von Tätowierungen. Neben dem zweiköpfigen Adler aus dem Staatswappen ziert ein Teil der Nationalhymne Canas Körper. Die Schweizer dürften also vor Albaniens Willenskraft gewarnt sein, zumal sich diese letzten Freitag im 1.-Runden-Match gegen Zypern in Form eines 3:1-Heimsiegs auch spielerisch niederschlug.

(rha)