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Eishockey

NLA

Linus Omark: Zugs neuer Spektakelmacher

Samstag, 8. September 2012, 13:02 Uhr

Nach 4 Playoff-Halbfinal-Qualifikationen will der EV Zug in dieser Saison endlich den 2. Titel nach 1998 in die Zentralschweiz holen. Die Zuger begeisterten in der abgelaufenen Spielzeit mit spektakulärem Offensiv-Eishockey und das wird auch so bleiben. Mit Linus Omark holte der EVZ einen Spieler mit «Spektakel-Garantie».

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Linus Omarks feine Tricks

Wenn Eishockeyfans hierzulande den Namen Linus Omark hören, denken sie unweigerlich an einen bestimmten Penalty: 2009 düpierte der schwedische Stürmer Goalie Marco Bührer mit einem feinen «Lupfer». Das Tor machte den 24-jährigen Omark auf einen Schlag zum Youtube-Star. Das Video seines Treffers wurde millionenfach angeklickt.

Karriere neu lancieren

Seine NHL-Karriere bei den Edmonton Oilers, die den technisch versierten und trickreichen Stürmer 2007 in der 4. Runde gedraftet hatten, geriet in den letzten Monaten aber ins Stocken. Nach 51 Spielen in seiner ersten Saison bei den Kanadiern 2010 absolvierte er in den vergangenen 2 Spielzeiten nur noch 14 NHL-Partien. Meist wurde er in der AHL beim Farmteam aus Oklahoma parkiert. Mit dem Wechsel zum EV Zug, dem letztjährigen Qualisieger, will Omark, den Kritiker als zu klein und schmächtig für die NHL taxieren, seiner Karriere neuen Schwung verleihen.

Omark über Zug und Ziele

«Ich hatte viele Angebote aus Europa. Aber Zug war für mich die beste Lösung, um viel Eiszeit zu erhalten und besser zu werden», erklärte der Schwede seine Wahl. In seiner Antwort schwingt aber auch unmissverständlich mit, dass Zug nur ein Sprungbrett darstellt. «Ich will zurück in die NHL», gesteht Omark auch freimütig. «Doch ich werde für Zug mein Bestes geben.»

Penalty-Tricks als Markenzeichen

Sein Bestes sind im Idealfall viele Tore und schöne Tricks, die mittlerweile zu seinem Markenzeichen geworden sind. «Es freut mich, dass es den Leuten gefällt. Das ist meine Art, Eishockey zu spielen», meint der Neo-Zuger. Und er schickt gleich auch noch ein Versprechen fürs Spektakel voraus: «Ich habe noch einige Tricks auf Lager, die ich noch nicht gezeigt habe.»

Omark über seine Tricks

Bührers offene Rechnung

Das dürfte vor allem Berns Keeper Bührer nicht gerne hören. Der Nati-Goalie hat nämlich seit dem legendären Penalty noch eine Rechnung mit dem Schweden offen. Obwohl Omark diesen Treffer als «einmalig» beschreibt, stichelt er bereits in Richtung des Gegners: «Gut möglich, dass ich es in dieser Saison noch einmal versuche.»

Omark über legendären Penalty gegen Bührer

Revanche für Halbfinal-Out

Beim EVZ hat der Neuzuzug, der nach Goalie Jussi Markkanen, Verteidiger Andy Wozniewski und Goalgetter Josh Holden die 4. Ausländerlizenz im Team von Doug Shedden erhält, in der Vorbereitung jedenfalls bereits eine erste Duftmarke gesetzt. Beim 4:2-Sieg über den ZSC im Rahmen der European Trophy glänzte der Mann aus Övertornea mit einem Treffer und einem Assist. Damit führte Omark sein Team zur erfolgreichen Revanche gegen die Zürcher, die im Frühjahr die Titelträume der Zuger mit 4:0-Siegen im Halbfinal jäh zum Platzen gebracht hatten.

Sein Chef ist mit dem neuen Arbeitnehmer denn auch zufrieden: «Er kann uns sehr viel bringen», prognostiziert Shedden und lobt vor allem Omarks Übersicht. Letztlich wird der Stürmer aber an Skorerpunkten gemessen und da setzt der EVZ-Coach die Messlatte für den Schweden hoch an: «Ich erwarte 50 bis 60 Skorerpunkte.»

Zugs Verletzungssorgen

Trotz erfolgreicher Integration der Neulinge und einer bisher erfolgreichen Vorbereitung (6 Siege aus 9 Spielen) plagen die Zuger aber auch Verletzungssorgen. Leistungsträger wie Holden (Fuss), Wozniewski, Samuel Erni oder Timo Helbling konnten nur reduziert trainieren. Und Neo-Captain Fabian Schnyder kommt nach einer Hüftoperation erst zurück. Deshalb weiss Shedden: «Das wird eine schwierige Saison, das Erreichen der Playoffs ist keine Selbstverständlichkeit.»

Bald mit Brunner und Diaz?

Für dieses Unterfangen könnten die Innerschweizer vielleicht bald weitere Verstärkung aus der NHL erhalten. Würde der drohende Lockout Tatsache, könnten Damien Brunner (Detroit Red Wings) und Rafael Diaz (Montreal Canadiens) schon bald wieder im EVZ-Dress auflaufen. Brunner, der im Sommer den Weg nach Detroit angetreten hat, besitzt in Zug noch einen Kontrakt bis 2013, Diaz gar bis 2016. Diese Verträge würden bei einer Zwangspause der NHL automatisch greifen.

(sil)