Tennis
US Open
Federer scheitert in New York an Berdych
Roger Federer ist an den US Open überraschend im Viertelfinal ausgeschieden. Der Schweizer unterlag dem stark aufspielenden Tschechen Tomas Berdych nach 162 Minuten in 4 Sätzen mit 6:7, 4:6, 6:3 und 3:6.
Für Federer war es im 16. Aufeinandertreffen mit Berdych (ATP 7) zwar erst die 5. Niederlage. Doch von den vergangenen 7 Duellen hat er mittlerweile deren 4 verloren. Somit verpasst der Weltranglisten-Erste zum ersten Mal seit 2003 die Halbfinals in New York. Mit zu vielen unnötigen Fehlern machte sich der 31-Jährige das Leben selber schwer.
Federer mit viel Risiko
Federer zeigte sich vom ersten Ballwechsel an sehr angriffig und risikofreudig. Der Schweizer war bestrebt, sich nicht in lange Grundlinienduelle mit dem Tschechen einzulassen. Die Risikofreudigkeit des fünffachen US-Open-Champions zahlte sich mit dem Break zum 1:0 nur zu Beginn des 1. Satzes aus. Beim Re-Break von Berdych zum 3:3 hatte Federer bereits 13 unerzwungene Fehler auf dem Konto. Im Tie Break blieb der Schweizer schliesslich chancenlos (1:7).
«Berdych startete sehr nervös in die Partie, dies hätte ich besser ausnützen müssen. Mit einem 2. Break hätte ich den Satz wohl gewonnen» analysierte Federer nach der Niederlage. Es habe im vor allem in der Startphase des Spiels das Timing gefehlt. «So war es fast nicht möglich, die ersten beiden Sätze für mich zu entscheiden», so Federer weiter.
Frühe Break-Rückstände
Die Fehlerquote blieb auch in der Folge hoch, am Ende standen 40 «unforced errors» für den Baselbieter zu Buche. Im 2. und 3. Durchgang rannte Federer jeweils einem frühen Breakrückstand hinterher. Der 17-fache-Grand-Slam-Sieger musste sich jeweils gleich den 1. Aufschlag abnehmen lassen. Im 2. Satz ging Berdych sogar mit Doppelbreak 5:2 in Führung, ehe Federer nochmals auf 4:5 herankam. Doch der Tscheche servierte zu stark und beendete nach 38 Minuten den 2. Satz.
Vor allem mit den 1. Aufschlägen durch die Mitte und auf den Körper stellte Berdych den Schweizer immer wieder vor unlösbare Probleme. Im 3. Umgang führte Berdych bereits mit 3:1 und steuerte einem klaren Sieg entgegen. Doch Federer spielte plötzlich wie verwandelt, machte kaum noch Fehler und gewann 5 Games in Folge. Beim Schweizer machte sich nach dem Satzgewinn wieder Hoffnung breit.
Berdych zu gut
Aber Berdych erholte sich von diesem Schock gut und fing sich zum richtigen Zeitpunkt wieder. Der 26-Jährige gewährte Federer im 4. Satz keine einzige Breakchance mehr. Beim Stand von 4:3 gelang ihm schliesslich der entscheidende Servicedurchbruch. Mit einem «jeu blanc» beendete Berdych nach über zweieinhalb Stunden Spielzeit Federers Träume vom 6. Triumph in New York.
Nun wartet Murray
Berdych feierte einen absolut verdienten Sieg und steht somit zum ersten Mal in Flushing Meadows in der Runde der letzten 4. Dort trifft er auf Olympiasieger Andy Murray aus Schottland (ATP 4). Für den Tschechen bietet sich die Chance, erst zum 2. Mal überhaupt in einen Grand-Slam-Final vorzustossen.
(sta)


