Tennis
US Open
Federer: «Hatte mehr von mir erwartet»
Roger Federer hat sich nach dem 1. Viertelfinal-Aus an den US Open seit 2003 gegen Tomas Berdych sichtlich enttäuscht gezeigt und über die Gründe gerätselt. Nach der 2. Niederlage in Folge an einem Major gegen den Tschechen muss der Weltranglisten-Erste seine Ziele in der nahen Zukunft neu formulieren.
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Roger Federer hatte in den New Yorker Night Sessions eine makellose Bilanz – bis am Mittwochabend, als er vom wieder erstarkten Tomas Berdych in seinem 23. Abendspiel im «Big Apple» das erste Mal bezwungen wurde. «Ich bin enttäuscht. Ich hatte wirklich ein besseres Spiel von mir erwartet, gerade weil ich in der Nacht eine so grossartige Bilanz gehabt hatte», sprach der 31-jährige Baselbieter an der anschliessenden Pressekonferenz Klartext.
Durchgang 1 als Schlüssel
Ausreden für die 4. Niederlage in den letzten 7 Duellen mit der Weltnummer 7 aus Tschechien suchte Federer aber nicht. «Ich habe mich gut gefühlt, hatte keinerlei physischen Probleme.» Als Gründe für sein Scheitern nannte Federer ein schlechtes Timing und viele Vorhandfehler. «Mir missglückte quasi jede Vorhand», gab sich der fünffache New-York-Champion selbstkritisch.
Nach dem 1. Viertelfinal-Aus in Flushing Meadows seit 2003 trauerte Federer seinen Chancen im 1. Umgang nach. «Ich merkte Mitte des 1. Satzes, dass Berdych besser rein kam und das Spiel zu drehen begann. Am Anfang war er sehr unsicher gewesen», blickte Federer zurück. «Ich hätte den 1. Satz niemals verlieren dürfen. Das war zweifelsohne der Schlüssel dieser Begegnung», so die Weltnummer 1.
Fehlende Praxis wegen Fish-Forfait
Das vorzeitige Scheitern hinterliess bei Federer Fragezeichen. «Ich hätte mit jeder Menge Energie auf den Court kommen müssen, aber das war nicht der Fall. Vielleicht hätte ich mehr Selbstvertrauen gehabt, wenn ich Mardy Fish hätte gegenübertreten können», sagte Federer im Rückblick auf den Forfait-Sieg in den Achtelfinals gegen den Amerikaner. «Möglicherweise waren meine ersten 3 Spiele zu leicht. Wer weiss?», spekulierte Federer.
Grosse Siege an Berdych
Auch wenn das Scheitern des topgesetzten Schweizers unerwartet kam – überraschend war es nicht. Denn in den vorherigen 6 Duellen hatten beide Spieler je 3 Siege davongetragen. Dabei hatte Berdych in den Viertelfinals von Wimbledon 2010 einen besonders wertvollen Sieg gefeiert. Und im 1. Aufeinandertreffen 2004 am Olympischen Tennisturnier in Athen hatte der Tscheche Federer überraschend in der 2. Runde nach Hause geschickt.
Prioritäten neu formulieren
Betreffend nächster Ziele hielt sich Federer unmittelbar nach dem Out bedeckt. Wie bereits am Dienstag angekündigt, lässt der Baselbieter seine Teilnahme an der Davis-Cup-Barrage gegen die Niederlande vom 14. bis 16. September offen. «Ich muss meine Prioritäten festlegen», so Federer. Er wisse noch nicht, ob die Verteidigung der Nummer 1 bis Ende Jahr dazugehöre. «Aber die Saison ist noch nicht zu Ende. Ich hoffe, dass ich einen starken Schluss hinlegen kann, vor allem Indoor», sprach sich der 17-fache Grand-Slam-Sieger nicht zuletzt selbst Mut zu.
(sas)


