Fussball
WM-Qualifikation
WM-Quali: Kaum Stolpersteine für die Top-Nationen
Die grossen Nationen bekommen es zum Start der WM-Qualifikation am Freitag mehrheitlich mit Gegnern von bescheidenem Renommee zu tun. So trifft Deutschland mit den Färöern auf einen Fussball-Zwerg. Die Niederlande wollen nach der EURO-Schmach zu neuen Ufern aufbrechen.
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Deutschlands Nationaltrainer Joachim Löw hat sich trotz der beeindruckenden Statistik von nur 14 Niederlagen in 84 Spielen seit seinem Amtsantritt in der jüngsten Vergangenheit Kritik anhören müssen. Die historische 3:5-Pleite im Testspiel gegen die Schweiz am 26. Mai und das Halbfinal-Aus an der EURO gegen Italien schmerzten die deutsche Volksseele. Umso mehr erhoffen sich die Anhänger der Deutschen nun einen fulminanten Start in die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien.
In der Gruppe C mit Schweden, Irland, Österreich, den Färöer Inseln und Kasachstan ist die DFB-Elf haushoher Favorit. Das 1. Qualifikationsspiel am Freitag in Hannover gegen die Färöer, im FIFA-Ranking auf Platz 154 geführt, kommt daher einem Duell David gegen Goliath gleich. Zwar siegten die Deutschen in den bisherigen 2 Aufeinandertreffen jeweils nur knapp, doch es wäre eine faustdicke Überraschung, wenn gegen die Fussballer von den Schafinseln nicht der 500. Sieg der DFB-Geschichte resultieren würde.
Niederlande auf Rehabilitationskurs
Einen ungleich anspruchsvolleren Startgegner haben die Niederlande zugelost erhalten. Für die «Elftal», neu wieder von Alt-Trainer Louis van Gaal trainiert, kommt es zum Auftakt in der Gruppe D mit der Türkei gleich zum «Spitzenspiel», sind die weiteren Gruppengegner doch Ungarn, Rumänien, Estland und Andorra. Für «Oranje» geht es nach der völlig verpatzten EURO und dem sang- und klanglosen Aus in der Gruppephase ohne Punktgewinn um viel.
Für Zündstoff sorgt auf dem Weg nach Brasilien 2014 einmal mehr die Stürmerfrage. Bondscoach Van Gaal setzt zumindest in den ersten beiden Quali-Spielen nicht etwa auf Premier-League-Topskorer Robin van Persie, sondern auf Klaas-Jan Huntelaar. Mit Rafael van der Vaart, Ibrahim Afellay, Nigel de Jong und Gregory van der Wiel lässt Van Gaal weitere Spitzenkräfte aussen vor.
Deschamps und Capellos Premiere
In der Gruppe I kommt Didier Deschamps in Finnland zu seinem Ernstkampf-Debüt als Nationaltrainer von Frankreich. Erst am Dienstag startet Überflieger Spanien in die Qualifikation. Der amtierende Europa- und Weltmeister bekommt es zum Start mit Georgien zu tun. Auch in Gruppe F kommt es zu einer Premiere an der Seitenlinie: Fabio Capello tritt in seinem ersten Ernstkampf als russischer Nationalcoach gegen Nordirland an. Portugal, der grösste Konkurrent der «Sbornaja» im Kampf um den Gruppensieg, trifft zum Auftakt auf Aserbaidschan.
Italien ohne Balotelli
Vize-Europameister Italien muss in den ersten beiden Qualifikationsspielen in der Gruppe B mit Mario Balotelli auf einen der schillerndsten Spieler der EURO verzichten. Der ManCity-Stürmer musste sich einer Augenoperation unterziehen. In Bulgarien ist die «Squadra azzurra» am Freitag dennoch klar favorisiert. Gleiches gilt für England in der Gruppe H beim 1. Gruppenspiel in Moldawien. Bei den «Three Lions» hat Coach Roy Hodgson die Aufgabe, Frank Lampard und Steven Gerrard gewinnbringend zu vereinen. Für die Top-Nationen Europas dürfte in den ersten Gruppenspielen genug Zeit für Einwärmen sein.
(sas)


