Inhalt

Fussball

Nationalmannschaft

Nati-Spieler hinterlassen zwiespältigen Eindruck

Montag, 3. September 2012, 13:45 Uhr

Am Montag lanciert Ottmar Hitzfeld die Kampagne zur WM-Qualifikation mit dem Nati-Zusammenzug. Am Wochenende vor dem 1. Quali-Spiel in Slowenien am Freitag (ab 20.00 Uhr auf «SF zwei») standen 17 der 20 aufgebotenen Feldspieler im Einsatz - restlos überzeugt hat davon aber nur ein Drittel.

Bild

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld betont immer wieder, wie wichtig die Spielpraxis für die Nomination der einzelnen Spieler und eine erfolgreiche Qualifikation zur WM 2014 ist. Schaut man sich die Einsatzzeiten und Auftritte seiner Schützlinge in den jeweiligen Ligen an, wird aber klar, dass der Stamm der Schweizer Nationalmannschaft zu Saisonbeginn noch nicht warm gespielt ist. Am Wochenende vor dem 1. Qualifikationsspiel spielten zwar fast alle Feldspieler zumindest während einer Viertelstunde, doch Akzente vermochten nur wenige zu setzen.

Defensive als Achillesferse

Von den Stamm-Verteidigern standen am Wochenende einzig Stephan Lichtsteiner mit dem italienischen Meister Juventus Turin (4:1 über Udinese) und Steve von Bergen (0:3 gegen Lazio Rom) während der gesamten Spielzeit auf dem Platz. Mit Alain Nef holte sich beim 2:1-Sieg in Luzern ein weiterer Verteidiger ein gutes Zeugnis ab, doch der Berner wird in Slowenien kaum für die Startaufstellung in Frage kommen.

Der unerfahrene Jonathan Rossini spielte mit Sampdoria (2:1 gegen Siena) ebenso durch wie Ricardo Rodriguez. Der Aussenverteidiger erlebte beim 0:4 seiner Wolfsburger gegen Hannover 96 aber einen bitteren Nachmittag. Dagegen erhielt Nati-Stammkraft Johan Djourou in der Premier League bei Arsenal wiederholt nicht einmal ein Aufgebot. Dasselbe Schicksal ereilte Juves Reto Ziegler.

Mittelfeld mit viel Spielzeit

Besser sieht es betreffend Spielpraxis im Mittelfeld aus. Nati-Captain Gökhan Inler steht mit Cup-Sieger Napoli in der Serie A ebenso regelmässig im Einsatz wie Neuzuzug Valon Behrami (beim 2:1-Sieg über die AC Fiorentina ersetzte Inler Behrami nach 52 Minuten). Das erfolgreichste Wochenende hat mit Blerim Dzemaili der dritte des Neapolitaner-Trios hinter sich. Der 26-Jährige sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 nach einem Eckball für das Highlight des Schweizer Söldner-Wochenendes.

Bundesliga-Neulinge in Form

Granit Xhaka hat sich bei Lucien Favres Borussia Mönchengladbach etabliert und ist ein sicherer Wert. Ebenfalls solide tritt Gelson Fernandes bei seinem neuen Klub Sportling Lissabon auf. Gleiches gilt für Luzerns Adrian Winter und den Basler Valentin Stocker. Bayern-Neuzugang Xherdan Shaqiri spielte bei der 6:1-Gala über Stuttgart zwar nur die letzte Viertelstunde, hat seine gute Form aber auch in der Bundesliga konservieren können. Weniger gut in die neue Meisterschaft gestartet ist der Neu-Schalker Tranquillo Barnetta. Der Ostschweizer wurde beim 3:0-Sieg über Augsburg erst in der 73. Minute eingewechselt.

Stürmer nicht in Torlaune

Auch im Sturm dürfte Hitzfeld der Formstand einiger Akteure Sorgen bereiten. Eren Derdiyok spielt bei seinem neuen Klub Hoffenheim zwar regelmässig, ist aber noch nicht in Fahrt gekommen. Mario Gavranovic erzielte seit seinem Wechsel zum FC Zürich bislang 2 Tore, doch er blieb beim tristen 0:0 in Basel ebenso blass wie Josip Drmic, der dank 2 Saisontoren erstmals den Sprung ins A-Nati-Aufgebot geschafft hat. Admir Mehmedis Engagement bei Dynamo Kiew ist dagegen alles andere als von Erfolg gekrönt. In der Liga wurde er diese Saison noch nie eingesetzt und spielte nur einmal in den Playoffs zur CL-Qualifikation.

Keine Fragezeichen im Tor

Zwischen den Pfosten hat der Nati-Trainer mit Diego Benaglio - er war bei der 0:4-Blamage gegen Hannover 96 bei den Gegentoren machtlos - zwar einen sicheren Wert. Doch die Moral des Keepers dürfte nach dem schwachen Saisonstart seiner «Wölfe» nicht die beste sein. Ein erfolgreicher Auftakt in die WM-Kampagne in Slowenien würde das aber sicher vergessen machen – wie bei allen anderen Sorgen-Söldnern auch.

WM-Qualifikation live

Wir zeigen Ihnen das 1. WM-Qualifikationsspiel der Schweizer Nationalmannschaft in Slowenien ab 20.00 Uhr live auf «SF zwei» und im Livestream.

(sas)