Fussball
Super League
Jeff Saibenes Höhenflug ohne Nebengeräusche
Aufsteiger St. Gallen führt nach 8 Runden die Super League ohne Niederlage an. Mannschaft und Trainer werden in der Ostschweiz zurecht gefeiert. Für Coach Jeff Saibene eine besondere Genugtuung.
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«Wer Erfolg haben will, muss solche Dinge an sich abprallen lassen.» Diesen Satz sagte Jeff Saibene vor dreieinhalb Monaten zum St. Galler Tagblatt. Der 44-jährige Luxemburger war zuvor an den Aufstiegsfeierlichkeiten des FCSG von einem Teil der Fans ausgepfiffen worden. Trotz der geschafften Promotion war ein Teil der Ostschweizer Supporter unzufrieden mit der Art und Weise, wie Saibene spielen liess.
Saibene: «Pfiffe taten weh»
Die Pfiffe hätten geschmerzt, gestand Saibene damals im Mai. Kein Wunder, denn dass der Aufstiegs-Coach von den eigenen Fans ausgebuht wird, ist doch eher unüblich. Doch der 64-fache Internationale, der vor St. Gallen in der Schweiz Thun und Aarau coachte, liess «diese Dinge» an sich abbrallen und sich nicht beirren. Der jetzige Erfolg gibt ihm recht: Nach knapp einem Viertel der Saison grüsst der Aufsteiger mit 18 Punkten aus 8 Spielen ungeschlagen von der Tabellenspitze.
Jubeln im zweiten Glied
Nach dem jüngsten Coup, dem 3:0-Erfolg am Samstag bei Ex-Leader Sion, liess sich die St. Galler Mannschaft im Tourbillon vom euphorisierten Anhang feiern. Im zweiten Glied auch Saibene, Pfiffe waren keine zu hören. «Es ist eine wunderbare Situation», schwärmt Saibene, der nach solchen Partien jeweils derart aufgewühlt ist, dass er stundenlang keinen Schlaf findet.
Schlüsselwort Solidarität
«Es ist kein Zufall, dass wir Erster sind», sagt Saibene, der von seinen Spielern als ruhiger Trainer beschrieben wird, der nicht so rasch aus der Ruhe zu bringen ist. Als Hauptgrund für den Höhenflug nennt der Luxemburger die Solidarität innerhalb der Equipe. «Das Team steht über allem. Jeder kämpft für jeden.»
Die Chance gegen Servette
Dank Nati-Pause und Cup-Runde grüsst der FCSG mindestens 3 Wochen von Platz 1. Für Saibene Vor- und Nachteil zugleich: «Eher ungünstig ist sicher, dass durch den Unterbruch unser guter Lauf unterbrochen wird. Auf der anderen Seite haben wir einige Verletzte, die sich nun erholen können.»
Danach bietet sich zu Hause gegen das noch sieglose Servette die Chance, die Zeit an der Tabellenspitze zu verlängern. Selbst eine unerwartete Niederlage würde Saibene nicht aus dem Tritt bringen. Wer Pfiffe bei der Aufstiegsfeier an sich abprallen lässt, kann auch mit sportlichen Niederlagen umgehen. Als Leader sowieso.
(rek)


