Motorsport
Formel 1
Button siegt in Spa - Sauber-Piloten Opfer von Startcrash
Jenson Button hat nach einer turbulenten Startphase erstmals den GP Belgien in Spa gewonnen. Der Brite feierte damit seinen 2. Saisonsieg. Die Sauber-Piloten fielen einem spektakulären Startcrash zum Opfer und blieben trotz guten Startpositionen ohne Chancen auf WM-Punkte.
Button durfte den Sieger-Champagner nach dem Auftakt-Erfolg beim GP von Australien im belgischen Spa zum 2. Mal in dieser Saison in Empfang nehmen. Der Weltmeister von 2009 feierte mit seinem Start-Ziel-Sieg in Belgien eine Premiere und bescherte McLaren den 3. Erfolg in diesem Jahr.
Nach dem Rennen war Button dementsprechend glücklich: «Diese Strecke ist so geschichtsträchtig. Ausserdem war es in diesem Jahr bisher nicht einfach für mich, deshalb ist dieser Sieg umso spezieller», so der Brite.
Grosjeans rüder Rempler
Button hatte indes Glück, wurde er nicht auch ein Opfer der tumultartigen Startphase. Diese hatte es nämlich in sich: Noch vor der 1. Kurve rempelte der 6. nach dem Qualifying, Romain Grosjean, den McLaren von Lewis Hamilton an und bugsierte den Briten beinahe von der Strecke.
Nach einer Retourkutsche des Briten flog der Lotus-Renault von Grosjean quer durch die Luft und sorgte für eine spektakuläre Massenkarambolage, die nicht nur das Rennen der beiden «Streithähne» Grosjean und Hamilton beendete, sondern auch WM-Leader Fernando Alonso (Ferrari) und dem 2. Sauber-Piloten Perez einen frühen Feierabend bescherte. Glücklicherweise blieben alle Beteiligten unverletzt.
Zu grosse Schäden
Auch Kobayashi war in den Tumult verwickelt. Der Japaner, dessen Bolide bereits vor dem Start wegen überhitzter Bremsen bereits stark geraucht hatte, konnte die Fahrt zwar fortsetzen, musste aber wegen Schäden am Auto zweimal die Box aufsuchen und damit seine Hoffnungen auf WM-Punkte früh begraben. Am Ende reichte es nur noch für Rang 13.
Grosse Enttäuschung bei Sauber
Nach dem Jubel über das sensationelle Qualifying mit Startplatz 2 (Kobayashi) und 4 (Perez) stand Sauber am Ende mit leeren Händen da. «Dieses Ergebnis ist sehr bitter. Während des Rennens war mir gar nicht klar, wie stark das Auto beschädigt war. Ich habe nur gemerkt, dass ich einfach nicht schneller fahren kann», so Kobayashi.
Auch Perez zeigte sich niedergeschlagen: «Ich bin sehr enttäuscht, sowohl für mich als auch für das Team. Heute hatten wir eine echte Chance, um den Sieg zu kämpfen. Beim Unfall ging alles sehr schnell, es war ein Chaos.»
Vettel mit Aufholjagd
Button blieb als Führender unversehrt und konnte nach der Safety-Car-Phase sein Rennen nach Wunsch abspulen. Nutzniesser der frühen Ausfälle war der amtierende Weltmeister Sebastian Vettel. Der Red-Bull-Pilot und Vorjahressieger hatte im Qualifying als Zehnter arg enttäuscht, kämpfte sich im Rennen aber kontinuierlich Position um Position vor und holte sich schliesslich Rang 2. In der Fahrerwertung machte der Deutsche einen Sprung auf Rang 2 und liegt nur noch 24 WM-Zähler hinter Alonso.
Dritter wurde Kimi Räikkönen. Der Finne fühlt sich auf dem Rundkurs in den Ardennen seit jeher pudelwohl. Hier hatte er schon viermal, nämlich 2004, 2005, 2006 und 2009, den Grand Prix gewonnen.
Grosjean gesperrt
Sébastien Grosjean wird für den nächsten GP in Monza gesperrt und zu einer Busse von 50'000 Euro verdonnert. Der Franzose hätte bei seinem Crash in Spa andere Fahrer verletzen können, begründeten die Rennkommissäre. Zudem wurde durch sein Manöver auch WM-Leader Fernando Alonso attackiert.
Pastor Maldonado wird in Italien 10 Plätze zurückversetzt. Der Venezolaner leistete sich in Spa einen Frühstart und verursachte später eine Kollision mit Timo Glock. Beide Vorfälle kosten ihm je 5 Startpositionen.
(sil/cud)


