Leichtathletik
«Weltklasse Zürich»
Aman schlägt über 800 m überraschend Rudisha
Bei «Weltklasse Zürich» hat es über 800 m der Männer eine faustdicke Überraschung gegeben: Olympiasieger David Rudisha verpasste nicht nur den Weltrekord deutlich, er musste sich sogar dem Äthiopier Mohammed Aman geschlagen geben. Die 100 m der Frauen gewann Shelly-Ann Fraser-Pryce.
Mohammed Aman (18) gewann den 800-Meter-Lauf in einer Zeit von 1:42,53 Minuten und stellte damit einen nationalen Rekord und einen neuen Junioren-Weltrekord auf. Olympiasieger David Rudisha war zu keinem Zeitpunkt des Rennens auf dem angestrebten Weltrekordkurs und musste sich auf der Zielgeraden übersprinten lassen. In 1:42,81 resultierte für Rudisha eine selbst bei diesem kalten Wetter enttäuschende Zeit.
Der Kenianer zeigte sich unglücklich über die regnerischen Verhältnisse, verneinte aber die Frage, ob er zu sehr unter Druck gestanden habe: «Nein, das war schon okay, aber ich hatte gutes Wetter erwartet.»
Fraser-Pryce die Schnellste über 100 m
Wie schon in London musste sich Carmelita Jeter (USA) im 100-m-Wettkampf mit Platz 2 begnügen (10,97). Shelly-Ann Fraser-Pryce war eine Klasse für sich und lag nach einem starken Start von Beginn weg in Front. Am Ende trennten sie und der Rest des Feldes 14 Hundertstel und mehr. Platz 3 ging an Allyson Felix aus den USA (11,02).
Geburtstagskind Sanchez geschlagen
Über 400 m Hürden setzte sich der Amerikaner Angelo Taylor in 48,29 Sekunden durch. Der 33-Jährige verhinderte damit einen 5. Triumph im Letzigrund von Felix Sanchez. Der Olympiasieger aus der Dominikanischen Republik wurde an seinem 35. Geburtstag in 48,42 nur Vierter.
Richards-Ross gewinnt 400 m
Das 400-m-Rennen der Frauen wurde in Zürich zum 6. Mal eine Beute von Sanya Richards-Ross aus den USA. Wie sich im Sieger-Interview herausstellte, wusste die 27-jährige Olympiasiegerin die genaue Anzahl ihrer Siege im Letzigrund nicht: «Aber man sagte mir, ich hätte hier bisher immer gewonnen. Diese Strähne wollte ich nicht abreissen lassen.»
Hochsprungsieger mit unkonventionellem Schuhwerk
Der Sieg im Hochsprung der Männer ging mit übersprungenen 2,31 m an Olympiasieger Iwan Uchow. Der Russe trägt Schuhe ohne Spikes an den Fersen. Selbst seine Konkurrenten ziehen vor Uchows Leistung den Hut, wissen sie doch genau, wie schwer es ist, ohne die üblichen 4 Nägel einen dynamischen Anlauf zu produzieren.
Pusterla mit 6,50 m im Weitsprung
Im Weitsprung der Frauen kam die Schweizerin Irene Pusterla mit 6,50 m auf den 7. Platz. Alexander Hochuli schaffte im Dreisprung der Männer 15,85 m, was zu Rang 8 reichte.
Die Schweizer 4x100-m-Staffel klassierte sich in der Besetzung Marc Schneeberger, Reto Amaru Schenkel, Alex Wilson, Rolf Malcolm Fongué in einer Zeit von 38,95 Sekunden auf dem 6. Platz unter 8 Teams. Die Amerikaner gewannen in 38,02 Sekunden vor Jamaika.
«Bschiss» bei 3000 m Steeple
Im Steeple-Rennen der Frauen lief die Äthiopierin Sofia Assefa in 9:21,33 Minuten als Erste durchs Ziel. Wie sich kurz darauf herausstellen sollte, war dies nicht gleichbedeutend mit dem Gewinn des Laufs. Assefa wurde nämlich nachträglich disqualifiziert, da sie vor dem Wassergraben eine Abkürzung gewählt hatte. Ihre Landsfrau Etenesh Diro erbte so den Sieg.
(rek/ako/rha)


