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Tennis

US Open

Djokovics Probleme mit den «Experten»

Stefan Bürer
Sonntag, 26. August 2012, 11:34 Uhr

Wenn es einem Tennis-Dominator gerade mal nicht so läuft, wie er und die Fans das erwarten, treten sie ins Rampenlicht: die Warner, Seher, Experten und natürlich die früheren Betreuer. Solches erlebt vor den US Open Novak Djokovic.

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Nach dem doppelten Wimbledon meldete sich Djokovics Ex-Trainerin und meinte, er habe psychische Probleme. Nach der Finalniederlage in Cincinnati verkündete sein Ex-Arzt, «Nole» sei mental zurzeit nicht auf der Höhe.

Die Medien schreien nach Erklärungen für die Baisse und nehmen jede noch so ferne Ferndiagnose dankbar auf. Wie es tatsächlich um Djokovic steht, weiss nur er selber. Fakt ist: Er verliert tatsächlich etwas öfter als in seinem Prachtsjahr 2011. Trotzdem hat er 2012 bisher einen Grand Slam-Titel, einen Slam-Final und einen Halbfinal sowie die Titel von Miami und Toronto im Rucksack. Eine Bilanz, die fast jeder andere mit Handkuss nehmen würde.

Federer kennt das Problem

Das Problem von Djokovic ist, dass er an seiner Periode als Überflieger gemessen wird. Ein Problem, das Roger Federer hinlänglich kennt. Wer fast nur gewonnen hat, dem werden schnell einmal diverse Probleme nachgesagt, wenn er etwas weniger oft gewinnt. Zuletzt erlebte das Federer vor einem Jahr. Nach seinem Halbfinal-Out gegen Djokovic bei den US Open 2011 wurde er – mal wieder – von vielen abgeschrieben.

Er selber betonte damals, er wisse sehr genau, dass bei den Niederlagen im Sommer 2011 jeweils nur sehr wenig gefehlt habe. Genauer gesagt: ein paar wenige dieser «big points», die in engen Matches über Sieg und Niederlage entscheiden. Und der Schweizer sollte, wie wir heute alle wissen, recht behalten. Er strafte all jene Lügen, die ihm dieses oder jenes Problem nachgesagt hatten. 2011 wurde für ihn doch noch zu einem sehr guten, wenn auch nicht ganz so ausgezeichneten Jahrgang. Und 2012 könnte sein bestes Jahr seit 2007 werden.

Bei einem Sieg alles vergessen

Djokovic ist nun in der gleichen Situation wie der Schweizer vor einem Jahr. Sollte er die US Open gewinnen, werden all die Stimmen, die wir jetzt zu hören und lesen bekommen, verstummen. Er wird gefeiert werden als Titelverteidiger und als Mann, der 2012 mehr Grand Slams gewonnen hat als Federer und Nadal.

Sollte der Serbe aber nicht reüssieren, werden wir bestimmt irgendwo von irgendjemandem erfahren, dass er wahrscheinlich nie mehr einen Grand Slam-Titel gewinnen wird. Mit solchen Extremen muss ein Tennisstar umgehen können. Ob «Nole» das kann? Keine Ahnung. Bei Ferndiagnosen sollte man vorsichtig sein. Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.