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Fussball

Challenge League

Steuerhinterziehung: FC Locarno unter Verdacht

Samstag, 25. August 2012, 3:49 Uhr

Der FC Locarno ist möglicherweise in ein argentinisches Steuerbetrugs-System verwickelt. Nach Behördenangaben könnten über den Challenge-League-Klub fiktive Transfers abgewickelt worden sein, um Steuern zu hinterziehen.

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Gemäss der argentinischen Steuerbehörde (Afip) sollen über insgesamt 10 Vereine in Uruguay, Chile und der Schweiz Transfers abgewickelt worden sein, ohne dass die Fussballer je dort gespielt hätten. In diesen Ländern sind die Steuern für Transfers bedeutend niedriger als in Argentinien.

«Sport-Steuerparadiese»

Der Chef der argentinischen Steuerbehörde, Ricardo Echegaray nannte die Klubs, darunter den FC Locarno, an einer Pressekonferenz «Sport-Steuerparadiese». Von den Untersuchungen der Steuerbehörde betroffen sind insgesamt 35 Spieler. 146 Spieleragenten wurden auf eine schwarze Liste gesetzt.

Brief an Sepp Blatter

Die Zeitung Clarin  berichtete, der argentinische Verband AFA habe bestätigt, dass die Behörden von 7 Klubs Informationen über die Transfers angefordert und FIFA-Präsident Sepp Blatter in einem Brief über die Untersuchung informiert hätten.

Namen von Spielern nannte Echegaray an der Medienkonferenz nicht. Laut Medienberichten sind aber Jonathan Bottinelli, der von San Lorenzo zu River Plate wechselte, und Ignacio Piatti, der vom italienischen Lecce zu San Lorenzo ging, involviert. Der Verband hat beide Spieler bis auf weiteres suspendiert. Bottinelli soll ein Konto auf den Virgin Islands besitzen, die als Steuerparadies bekannt sind.

Prominente Klubs involviert

Auch prominente argentinische Klubs wie die Boca Juniors, Racing, Independiente, Estudiantes und Newell's Old Boys sind offenbar von der Fahndung betroffen. 

Bei den Ermittlungen gehe es nicht in erster Linie um die ausländischen Klubs, betonte Echegaray, sondern um argentinische Geschäftsleute, die mit den fiktiven Transfers Steuern gespart hätten.

Seit diesem Jahr sind in Argentinien neue Regelungen in Kraft. Demnach müssen der Verband und die Klubs der beiden höchsten Ligen gegenüber der Steuerbehörde detaillierte Angaben über Transfers, Löhne, Boni und weitere Vertragsdetails machen.

(Agenturen/boe)