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USADA annulliert Armstrongs Siege

Freitag, 24. August 2012, 18:45 Uhr

Die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA hat Lance Armstrong dessen 7 Tour de France-Titel aberkannt und eine lebenslange Sperre gegen den Texaner verhängt. Die besagten Siege offiziell entziehen kann jedoch nur der Radsport-Weltverband UCI.

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Die USADA annulliert Armstrongs Siege. («sportaktuell»)

Alle Ergebnisse von Lance Armstrong seit dem 1. August 1998 sind von der USADA annulliert worden. Dem 40-Jährigen wird seit langem der Gebrauch von und Handel mit verbotenen leistungssteigernden Mitteln vorgeworfen.

Der neuste Entscheid der USADA müsste allerdings durch den Radsport-Weltverband UCI bestätigt werden, damit Armstrong seine Titel tatsächlich verliert. Die USADA gab ihr Urteil bekannt, nachdem Armstrong am Vortag den Rechtsstreit mit ihr überraschend aufgegeben hatte.

Drohender Verlust sowohl der sportlichen ...

Würden dem Amerikaner seine sieben Siege bei der Tour de France von 1999 bis 2005 tatsächlich aberkannt, so verlöre eine der erstaunlichsten sportlichen Leistungen der jüngeren Vergangenheit ihre Gültigkeit. Armstrongs sportliche Leistung wären an und für sich schon bemerkenwert; dass sie im Anschluss an seinen erfolgreichen Kampf gegen Hodenkrebs erfolgten, verlieh ihnen aber noch zusätzlichen Glanz.

... wie auch der moralischen Glaubwürdigkeit

Mit seiner Foundation unterstützt Armstrong seit 1997 Krebskranke und Krebsüberlebende. Den drohenden Fall vom Megasportler und Wohltäter zum betrügerischen Charakterlump will er verständlicherweise nicht unwidersprochen hinnehmen.

Der dreifache Familienvater sieht sich als Opfer einer «Hexenjagd» und streitet weiterhin jegliche Dopingvergehen ab. Trotzig verkündete er: «Ich weigere mich, in einem einseitigen und unfairen Prozess mitzumachen.» Das gesamte Verfahren habe einen «zu hohen Preis» von ihm und seiner Familie gefordert.

Ex-Teamkollegen belasten Armstrong

Ehemalige Weggefährten wie Tyler Hamilton, George Hincapie und Floyd Landis belasten Armstrong indes mit unzweideutigen Aussagen. «Er hat genommen, was wir alle genommen haben. EPO, Testosteron, Bluttransfusionen», sagte Hamilton. Er habe oft dabei zugesehen, wie sich Armstrong selbst das Blut-Dopingmittel EPO injizierte, unter anderem vor seinem ersten Tour-Sieg 1999. «Es lag immer in seinem Kühlschrank», sagte der zweimal des Dopings überführte Hamilton.

EPO nachgewiesen - dennoch Freispruch

Armstrong selbst wurde offiziell nie erwischt. In 6 Urinproben des Amerikaners von 1999 war zwar EPO nachgewiesen worden, Armstrong wurde aber freigesprochen, weil die erneuten Tests der Proben angeblich nicht nach wissenschaftlichem Standard durchgeführt worden waren.

Uneinigkeit zwischen den Institutionen

Unterstützung erhielt die USADA von John Fahey, dem Chef der Welt-Antidoping-Agentur (WADA). Auch er forderte die Aberkennung von Armstrongs Tour-Titeln. Der Internationale Radsportverband (UCI) jedoch hat Armstrong bisher in Schutz genommen und noch keine Stellungnahme zum Urteil der USADA veröffentlicht.

(rha/mos/jäg/agenturen)