Inhalt

Fussball

Serie A

Meister Juventus erneut Titelfavorit

Freitag, 24. August 2012, 15:10 Uhr

Juventus Turin steigt als klarer Favorit in die neue Serie-A-Saison, die dieses Wochenende beginnt. Während sich der Rekordmeister verstärkt hat, musste die Mailänder Konkurrenz Federn lassen. Ist das die Chance für Napoli auf einen direkten Champions-League-Platz?

Bild

Juventus holte sich den 28. (nach eigener Zählweise 30.) «Scudetto» auf beeindruckende Weise: Die «Alte Dame» blieb in der letzten Meisterschaft ungeschlagen und kassierte in 38 Spielen nur 20 Gegentore.

Die Defensive wird auch diese Saison das Juve-Prunkstück bilden. Das Nationalmannschafts-«Kleeblatt» Gianluigi Buffon, Giorgio Chiellini, Andrea Barzagli und Leonardo Bonucci wird verstärkt durch den Zuzug des brasilianischen Routiniers Lucio von Inter Mailand. Nicht mehr dabei sein dürfte hingegen Stephan Lichtsteiner, der vor einem Transfer zu Paris Saint-Germain steht.

Das Jahr 1 nach Del Piero

Die um Stratege Andrea Pirlo gruppierte Offensiv-Abteilung hat durch den Ghanaer Kwadwo Asamoah (von Udinese), den Techniker Sebastian Giovinco (Parma) und den talentierten Paul Pogba (Manchester United) Zuwachs erhalten.

Die Turiner müssen allerdings mit zwei gewichtigen Änderungen leben: Erstmals seit 19 Jahren steht Kultfigur Alessandro Del Piero nicht mehr im Kader der Schwarz-Weissen. Nicht an der Seitenlinie steht vorerst Antonio Conte, der wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal für 10 Monate gesperrt wurde. Nachwuchstrainer Massimo Carrera steht in der Pflicht, den Meistertrainer zu ersetzen.

Milan: Fast alle Stars weg

Mit weit weniger Gegenwehr als gewohnt muss Juventus Turin aus Mailand rechnen. Bei Vizemeister AC Milan gab es einen regelrechten Aderlass: Superstürmer Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva wechselten zu Paris St-Germain, Antonio Cassano zu Stadtrivale Inter, Mark van Bommel zu Eindhoven und Gennaro Gattuso zu Sion. Filippo Inzaghi trat zurück, Gianluca Zambrottas Zukunft ist unklar.

Die Bilanz des Klubs von Präsident Silvio Berlusconi bessert sich damit um 170 Millionen Euro auf - für Giampaolo Pazzini (Inter) und Riccardo Montolivo (Fiorentina), die einzigen namhaften Zuzüge, wurde nur ein Bruchteil davon reinvestiert. Auch Inter Mailand, das Pazzini, Diego Forlan und Mauro Zarate verlor, wird nach der schwächsten Saison seit 2005 (6. Rang) nicht viel zugetraut.

Napoli «sehr gut gerüstet»

So könnte Napoli mit dem Schweizer Trio Gökhan Inler/Valon Behrami/Blerim Dzemaili zum 1. Herausforderer von Juventus Turin werden. «Napoli scheint mir sehr gut gerüstet und gehört zu den Favoriten, wenn nicht gar zu den Topfavoriten», sagt Ottavio Bianchi, der die Süditaliener 1987 zum ersten Meistertitel gecoacht hatte.

Mit Stürmer Ezequiel Lavezzi wurde der SSC Napoli zwar ebenfalls ein Top-Spieler von Paris SG abgeworben. Das Gros des Kaders um Inler, Edinson Cavani und Marek Hamsik ist aber zusammengeblieben. Gespannt darf man sein, wie sich Ex-YB-Coach Vladimir Petkovic bei Lazio Rom behaupten kann.

Siena am Tabellenende

Wegen Verwicklung in den Wettskandal starten Aufsteiger Sampdoria (1), Atalanta Bergamo (2) und Siena (6) mit Minuspunkten in die Saison. Das ebenfalls promovierte Torino wurde wegen finanzieller Unregelmässigkeiten mit einem Strafpunkt belegt. Dritter Aufsteiger ist Delfino Pescara 1936. Der Klub aus den Abruzzen spielt erstmals seit 20 Jahren wieder in der höchsten Liga.

(Agenturen/boe)