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Fussball

Super League

Warten auf bessere Zeiten beim FC Luzern

Montag, 20. August 2012, 11:31 Uhr

Böses Erwachen am Vierwaldstättersee. Der FC Luzern, Vizemeister und Cupfinalist der letzten Saison, liegt nach 6 Runden sieglos auf dem 9. Rang. Am Fusse des Pilatus machen sich Ratlosigkeit und Unzufriedenheit breit.

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«Es ist immer schwierig, wenn man unten ist. Wenn wir wüssten, wo die Fehler liegen, würden wir das sofort ändern», meinte Luzerns Mittelfeldspieler Alain Wiss nach der 0:2-Heimniederlage gegen die Grasshoppers vom Sonntag. Die Luzerner waren gegen die wiedererstarkten Zürcher bereits nach 4 Minuten in Rückstand geraten und fanden danach keinerlei Mittel, dem Spiel eine Wende zu geben.

Probleme hinten und vorne

Die Luzerner Probleme liegen in der Offensive und in der Defensive, nach 6 Partien der neuen Saison lautet das ernüchternde Torverhältnis 5:11: «Wir tun uns schwer, um Lösungen vor dem Tor zu finden», sagt Goalie David Zibung, «zudem machen wir in jedem Spiel eklatante Fehler in der Defensive, die 9 von 10 Mal bestraft werden. Was sollen wir tun? Weiterarbeiten und den Kopf durchlüften», so das Rezept von Zibung.

Die Luzerner müssen denn auch schnell auf neue Gedanken kommen, denn die Ratlosigkeit auf dem Platz hat bereits zu lautstarkem Unmut auf den Tribünen geführt. Ein gellendes Pfeifkonzert, «Murat-raus»-Rufe und Gesänge für Ex-Trainer René van Eck begleiteten das Team nach der Niederlage gegen GC in die Kabinen. «Ich habe die Buhrufe gehört. Die Reaktion ist verständlich, aber ich kann die Situation nicht ändern», sagte Yakin, der davon ausgeht, dass die aktuelle Baisse seine Mannschaft stärken wird. «Es braucht in unserer Situation einmal ein Erfolgserlebnis, und das haben wir nicht», meinte Yakin zum GC- Spiel, der sich vor allem über das frühe Gegentor ärgerte.

Interview mit Murat Yakin

Ein Mittelfeld ohne Führung

Ein Leitwolf, der das Steuer resolut in die Hand nimmt, vermisst Yakin in seiner Equipe allerdings: «Wir haben keinen Leader im Team», klagt der Ex-Internationale, «wir konnten die Abgänge von Kukeli und Ferreira im Mittelfeld noch nicht korrigieren. Im zentralen Mittelfeld fehlt eine Persönlichkeit.» Kukeli (zum FCZ) und Ferreira (zurück nach Thun) waren die Abgänge im Sommer, im Winter verlor man bereits Hakan Yakin. Neuzugang Philipp Muntwiler war bisher (noch) nicht die gewünschte Führungskraft in der Zentrale.

Auch der neue Sportchef Heinz Herrmann ortet die Malaise im Mittelfeld, schiebt die Verantwortung aber auf den Coach: «Im Mittelfeld fehlt einer, der die Bälle richtig verteilt. Ich hoffe, der Trainer korrigiert das in der Pause», meinte Hermann am Sonntag bereits nach der 1. Hälfte.

Der Umschwung gegen Genk?

Die neue Saison der Super League hat somit ihr erstes grosses Krisen-Team. Lange Zeit zum Rumrätseln bleibt den Luzernern nicht, am Donnerstag steht das Playoff-Hinspiel in der Europa League gegen die Belgier von RK Genk auf dem Programm – den Luzernern winkt der grosse Auftritt auf der europäischen Bühne: «Es ist vielleicht gut, dass wir unser nächstes Spiel in einem anderen Wettbewerb bestreiten können», sagt Zibung. Es soll der erste Schritt Richtung bessere Zeiten in der Innerschweiz sein.

(ac)