Fussball
Super League
Salatic: «Haben einen anderen Teamspirit»
GC-Captain Veroljub Salatic ist nach einem Jahr in Zypern zurück bei seinem Stammklub. Der 26-jährige Mittelfeldregisseur spricht im Interview über den Saisonstart, die veränderte Einstellung im Team, seine persönliche Entwicklung und das Gastspiel in Luzern am Sonntag (15.45 Uhr auf «SF zwei»).
Bild
Veroljub Salatic, GC hat den besten Saisonstart seit Jahren hingelegt. Woran liegt es?
Die Gründe liegen darin, dass wir ein paar Punkte geholt haben (lacht). Es läuft uns momentan einfach und die Mannschaft harmoniert. Das ist der Hauptgrund.
Können Sie beurteilen, was nun anders ist als letzte Saison – obwohl Sie nicht da waren? Haben Sie das Geschehen von Zypern aus verfolgt?
Ich habe es verfolgt, ja. Dieses Jahr sind wir in der Defensive sicherlich stabiler und können daher unsere Angriffe besser lancieren. Wir haben 5 Gegentore kassiert, was einem Tor pro Spiel entspricht. Das war letzte Saison ganz anders. Aber wir wollen ja nicht zurückschauen, sondern vorwärts.
Beim 1:0-Heimsieg über Servette vom Sonntag war die Chancenauswertung einmal mehr das grosse Manko. Wie wollen Sie das künftig verbessern?
Das Toreschiessen ist immer das Schwierigste. Gegen Servette hatten wir sehr viele gute Torchancen, das stimmt. Wir werden in Luzern auch wieder versuchen, offensiv anzutreten und viele Chancen zu kreieren. Generell müssen wir kaltblütiger werden. Aber es gibt kein Rezept dafür. Man muss das Glück teilweise auch beanspruchen. Wir hoffen einfach, dass es uns weiterhin so läuft wie bis anhin.
Trainer Uli Forte hat nach dem 5. Saisonspiel gesagt, dass die Mannschaft «bei 70 Prozent ihrer Möglichkeiten» ist. Wie beurteilen Sie den Entwicklungsstand?
Wir sind erst am Anfang der Saison, da kann man noch keine Fazits ziehen. Es ist klar, dass die Mannschaft noch nicht bei 100 Prozent ist, aber wir sind uns am Einspielen und ich würde sagen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Wenn wir weiter so dran bleiben, kommt es gut.
Sie spielten vor Ihrem Wechsel zu Omonia Nikosia während insgesamt 11 Jahren für die Grasshoppers, eine absolut tragende Rolle kam Ihnen aber nicht zu. Nun, nach ihrer Rückkehr, wurden Sie umgehend zum Captain ernannt. Wieso hat sich die Wahrnehmung Ihrer Person derart verändert?
Es liegt sicher daran, dass ich vor meinem Auslandjahr noch ältere, erfahrenere Spieler vor mir gehabt habe und ich hinten anstehen musste. Jetzt ist es zwar auch so, dass wir mit Stéphane Grichting oder Milan Vilotic erfahrene Leute haben. Aber während dem Jahr bei Omonia konnte ich mich weiterentwickeln und die Leaderrolle nun einfach annehmen.
Welches sind die frappantesten Unterschiede zwischen dem GC von heute und dem GC, wie Sie es 2011 verlassen haben?
Es hat sich einiges verändert, nicht nur der neue Trainer und die neuen Spieler. Es ist ein anderer Teamspirit in der Mannschaft.
Macht es heute mehr Spass?
Vor allem nach der letzten Saison ist jedem Spieler bewusst geworden, dass es so nicht weitergehen kann. Man muss mehr machen, auch im Training. Jetzt trainieren wir viel mehr. Wenn man körperlich fit ist, wird es einfacher, auf dem Platz über 90 Minuten Vollgas zu geben.
Am Sonntag reisen Sie zu Vizemeister Luzern, das in dieser Spielzeit noch keine Partie gewonnen hat. Was erwarten Sie vom Team von Murat Yakin?
Ich erwarte eine Mannschaft, die um jeden Preis gewinnen will. Auch wenn die Luzerner auf dem zweitletzten Platz sind, wird es ein hart umkämpftes und kampfbetontes Spiel geben. Wir werden alles daran setzen, damit wir die 3 Punkte nach Hause holen können.
Mit einem Vollerfolg läge gar der 2. Tabellenplatz in Griffweite. Ist das momentan überhaupt ein Thema?
Wir müssen von Spiel zu Spiel Punkte sammeln. Wenn wir in Luzern 3 Zähler holen, ist es umso schöner. Aber auf die Tabelle kann man momentan nicht schauen, das ist noch viel zu früh. Wenn man im Dezember einen Blick darauf werfen würde und wir dann Zweiter sind, wären sicher alle glücklich.
Luzern - GC live
Wir zeigen Ihnen die Super-League-Partie zwischen dem FC Luzern und den Grasshoppers am Sonntag, 19. August, ab 15.45 Uhr live auf «SF zwei» und im Livestream.
(Interview: Sarah Schiller)


