Fussball
Testspiel
Schweiz-Kroatien: Spiel der Fragezeichen
Das Spiel Schweiz-Kroatien stellt für beide Teams die Hauptprobe vor dem Start zur WM-Qualifikation dar. Trainer Ottmar Hitzfeld kommt es aufgrund zahlreicher Ungewissheiten sicher nicht ungelegen, dass es noch nicht um Punkte geht.
Wenn die Schweiz am Mittwochabend in der Adriametropole Split gegen Kroatien antritt, werden wahrscheinlich ausschliesslich Auslandprofis in der helvetischen Startformation stehen. Dies ist gleichbedeutend mit fehlender Praxis, da die grossen europäischen Ligen den Spielbetrieb allesamt noch nicht aufgenommen haben.
Auch im Verein noch nicht eingespielt
Mit Steve von Bergen (Genoa), Valon Behrami (Napoli), Tranquillo Barnetta (Schalke), Xherdan Shaqiri (Bayern München) und Granit Xhaka (Mönchengladbach) befinden sich nicht weniger als 5 Schweizer Akteure bei einem neuen Klub in der Einfindungsphase.
Abwehrchef mit geringer Spielzeit
Speziell für Johann Djourou wird es wichtig sein, trotz wenig Spielzeit in den Beinen eine solide Leistung zu erbringen. Dem Romand fällt in der Abwehr wegen der verletzungsbedingten Absenz von Philippe Senderos die Führungsrolle zu. Ottmar Hitzfeld liess durchblicken, dass er einen Transfer Djourous begrüsst hätte. Sollte der Arsenal-Profi die WM-Qualifikations-Spiele im Herbst ohne Spielpraxis angehen müssen, so wäre dies ein unliebsamer Risikofaktor.
Gradmesser für taktische Varianten
Gegen Kroatien will Hitzfeld nicht zuletzt auch Erkenntnisse über die Tragfähigkeit seiner Defensivleute gewinnen: «Die Kroaten haben grosse spielerische Möglichkeiten. Die Frage ist, wie wir uns da behaupten. Für die Spieler ist das ein erster Gradmesser. Wir werden sehen, wer schon die läuferischen Fähigkeiten hat, sich zu bewähren.» Der Lörracher beabsichtigt «mehrere taktische Möglichkeiten» auszuprobieren und einige Rochaden vorzunehmen.
Klingende Namen bei den Kroaten
Kroatien wird mit seinem geballten Potential gewiss dafür sorgen, dass die Schweizer Abwehr genügend geprüft wird. Der von Real Madrid heftig umworbene Luka Modric, Dortmunds Ivan Perisic, der Ex-Basler Ivan Rakitic und die Stürmer Ivica Olic und Mario Mandzukic sind dabei die bekanntesten Namen.
Hitzfelds Aufstellung gewohnt konservativ
Personell bietet die Schweizer Startformation keinen Überraschungseffekt. Vor Goalie Diego Benaglio bilden neben dem bereits erwähnten Djourou Stephan Lichtsteiner, Steve von Bergen und Ricardo Rodriguez die Viererkette. Für zusätzliche defensive Absicherung sollen Gökhan Inler und dessen Napoli-Teamkollegen Valon Behrami sorgen. Das Trio Tranquillo Barnetta, Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri läuft erstmals seit dem Englandspiel vom Juni 2011 gemeinsam auf. Admir Mehmedi ist alleinige Spitze.
Kroatien - Schweiz
Poljud-Stadion, Split. - 20.30 Uhr. - SR Damato (It)
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Schweiz: Benaglio (Wolfsburg); Lichtsteiner (Juventus Turin), Djourou (Arsenal), Von Bergen (Genoa), Rodriguez (Wolfsburg); Behrami (Napoli), Inler (Napoli); Shaqiri (Bayern München), Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Barnetta (Schalke); Mehmedi (Dynamo Kiew). - Abwesend: Senderos, Derdiyok, Klose (alle verletzt).
Kroatien: Pletikosa (Rostov/Russ); Vida (Dinamo Zagreb), Corluka (Lokomotive Moskau), Schildenfeld (Dynamo Moskau), Strinic (Dnjepr Dnjepropetrowsk/Ukr); Pranjic (Sporting Lissabon), Modric (Tottenham Hotspur), Rakitic (FC Sevilla); Jelavic (Everton), Mandzukic (Bayern München), Perisic (Borussia Dortmund).
(rha)


