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London 2012

Schweizer Bilanz

London-Bilanz: 4 Medaillen und gemischte Gefühle

Silvio Kern, London
Montag, 13. August 2012, 9:24 Uhr

Die Schweiz kehrt mit 4 Medaillen von den Olympischen Spielen in London nach Hause zurück. Die ambitionierten Ziele von Swiss Olympic wurden zwar nur teilweise erreicht, doch einige Schweizer Athleten sorgten trotzdem für ganz grosse Sportmomente.

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Woran werden sich die Schweizer Sportfans im Zusammenhang mit dem Olympischen Spielen 2012 in London erinnern? Sicher an Nicola Spirig und ihren unwiderstehlichen Sprint zu Triathlon-Gold. Oder an den denkwürdigen Tennis-Halbfinal zwischen Roger Federer und dem Argentinier Juan Martin Del Potro.

Weniger Medaillen als in Peking

Es waren die Highlights aus Schweizer Sicht an den 30. Olympischen Sommerspielen in London. Hinzugezählt werden müssen noch der Goldritt von Steve Guerdat und Nino Schurters Husarenritt auf der Mountainbike-Strecke, der am Ende «nur» mit Silber belohnt wurde.

In Peking 2008 hatte die Schweiz 7 Medaillen geholt. Neben 2 Mal Gold und 1 Mal Silber wurden noch 4 Bronzemedaillen errungen. Das reichte damals für Rang 33 in Medaillenspiegel. In London belegt die Schweiz erneut Platz 33.

Bewusst hohe Ziele angesetzt

Swiss Olympic hatte vor den Spielen die Messlatte hoch angesetzt. 5 bis 7 Medaillen sollten die Athleten für die Schweiz gewinnen. Am Ende waren es 4, weshalb die Verantwortlichen selbstkritisch ihre Bilanz als «unbefriedigend» taxierten. Mit etwas mehr Wettkampfglück hätte die eine oder andere Medaille mehr herausschauen können. Doch es spricht für die Führung von Swiss Olympic, dass sie den Konjunktiv kategorisch aus der Bilanz verbannte.

Viel Wettkampfpech

Und doch würde man einigen Athleten, die ihr Bestes gegeben haben und durch äussere Widrigkeiten an einem Top-Resultat gehindert wurden, unrecht tun, wenn man sie nur rein nach der Rangierung bewerten würde.

Im Rad-Strassenrennen beispielsweise erwies sich die Unachtsamkeit von Fabian Cancellara als fatal. Die perfekte Schweizer Teamleistung von Michael Albasini, Martin Elmiger, Grégory Rast (holte als 8. ein Diplom) und Michael Schär wurde durch den Sturz zunichte gemacht und hatte Auswirkungen auch auf das Zeitfahren. Kanute Mike Kurt brach im dümmsten Moment das Paddel und die Ruderer hatten mit einer schlechten Bahn und Wind zu kämpfen.

Auch Lehrgeld gezahlt

Es gab aber auch Enttäuschungen, die nicht durch unberechenbare äussere Einflüsse erklärbar sind. Die Fechter Fabian Kauter und Max Heinzer zählten zu den ganz grossen Medaillenhoffnungen. Beide schieden aber bereits früh aus und zahlten Lehrgeld für ihre mangelnde Olympia-Erfahrung. An Olympia entscheidet keine Weltcup-Saison oder die Weltrangliste, sondern es zählt Tag X.

Chef de Mission Gian Gilli machte vor allem dieser Punkt in seinem Rückblick sorgen. «Nur rund 50 Prozent der über 100 Athleten haben an Tag X ihre Bestleistung abrufen können. Das ist unbefriedigend», bilanzierte der Bündner. Woran das lag, ist im Detail nicht zu erklären. Gefordert sind hier aber die Athleten, die ihr Umfeld, ihre Fokussierung und Priorisierung überprüfen müssen.

Auch andere Nationen patzten

Trotz der letztlich etwas durchzogenen Bilanz kann sich das Schweizer Resultat in London durchaus sehen lassen. Ein Blick über die Nachbarsgrenzen bestätigt dies. Deutschland verfehlte die aufgrund eines Kommunikationsfehlers publik gewordene Vorgabe von 86 Medaillen bei weitem. «Schwarz-Rot-Gold» holte mit 44 Medaillen knapp die Hälfte. Österreich musste die Heimreise ganz ohne Edelmetall antreten.