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London 2012

Leichtathletik

Kugelstoss-Olympiasiegerin gedopt

Montag, 13. August 2012, 13:18 Uhr, Aktualisiert 16:46 Uhr

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Kugelstoss-Olympiasiegerin Nadeschda Ostaptschuk aus Weissrussland wegen Dopings die Goldmedaille aberkannt.

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Kugelstoss-Olympiasiegerin gedopt («sportaktuell»)

Die 31-jährige frühere Weltmeisterin Nadeschda Ostaptschuk sei während der Spiele in London bei zwei Proben positiv auf das anabole Steroid Methenolon getestet worden, teilte das IOC einen Tag nach Ende der Sommerspiele mit. Gold geht nun an die Neuseeländerin Valerie Adams, vor der Russin Jewgenia Kolodko und Lijiao Gong (China).

Genugtuung für Adams

Adams gelang somit unverhofft die Verteidigung ihres Olympiasiegs von Peking 2008. Sie bekundete Genugtuung: «Das Kontrollsystem funktioniert offensichtlich. Das macht allen Athleten Mut, die wie ich diesen Sport sauber betreiben. Jetzt bin ich sprachlos und muss die Neuigkeit erst einmal sacken lassen.»

Test vor und nach dem Wettkampf

Die frühere Weltmeisterin Ostaptschuk war sowohl einen Tag vor als auch unmittelbar nach dem Wettkampf getestet worden. In beiden Proben wurde nach IOC-Angaben die verbotene Substanz gefunden. Ostaptschuk sorgt für den zehnten Dopingfall der Spiele in London, erstmals ist ein Medaillen-Gewinner betroffen.

Auffällig gute Würfe in diesem Jahr

Die 90-Kilo-Athletin war bereits 2004 in Athen (4.) und 2008 in Peking (3.) an den Start gegangen. Den Londoner Wettbewerb hatte sie mit einer Bestweite von 21,36 m dominiert. Selbst ihr viertbester Stoss hätte noch zu Gold gereicht. Erst im Juli hatte die Europameisterin von 2010 die Kugel sogar auf 21,58 m gewuchtet und damit die weltweit beste Leistung seit 1998 erzielt.

Loch in Portemonnaie und Vorratskammer

Das IOC hat Ostaptschuk aufgefordert, ihre Goldmedaille umgehend zurückzugeben. Zudem verliert die erstmals des Dopings überführte Weissrussin selbstverständlich ihr beträchtliches Preisgeld von rund 150'000 Schweizer Franken. Ihr Sponsor gab ausserdem bekannt, dass die Kugelstösserin ihr Recht auf einen lebenslangen Wurst-Vorrat verwirkt habe.

Weissrussisches Unverständnis 

Das Sportministerium habe noch keine Beweise erhalten, die Ostaptschuk belasteten, sagte ein Behördensprecher in Minsk der unabhängigen Agentur Belapan zufolge. Die Athletin selbst liess derweil gegenüber dem Radiosender Free Europe verlauten, dass man das Doping-Verdikt so nicht hinnehmen will: «Natürlich werden wir kämpfen. Die Frage ist nur, wofür und gegen wen. Man hat mich vor Fakten gestellt, ohne mir Einzelheiten mitzuteilen. Diese Nachricht hat uns natürlich schockiert, ich benötige derzeit Beruhigungsmittel.»

(rha)