London 2012
Leichtathletik
Bolt: Real und virtuell auf der Überholspur
Usain Bolt hat sich mit der Wiederholung seines Olympia-Doubles über 100 und 200 m zur «lebenden Legende» gemacht. Auch virtuell setzt der Jamaikaner zum Sprint an. Auf Twitter sorgte Bolt bereits für einen neuen Rekordwert.
Schon Stunden vor dem 200-m-Rennen wurde Bolts typische Siegerpose einstudiert. Hundertfach übten sich Fans vor blitzenden Fotoapparaten als Bolt-Doubles. Als gäbe es keine Zweifel darüber, dass der schnellste Mann der Welt auch am Donnerstagabend die Nase vorn haben würde.
Liebling der Massen
Um 20.48 Uhr Ortszeit wurde es im Olympic Stadium ohrenbetäubend laut. Für einmal sorgte kein Brite für Jubelstürme auf der Tartanbahn, sondern Usain Bolt betrat ein erstes Mal die Arena. Begleitet von einem Blitzlichtgewitter, nahm der König der Sprinter im Trainingsanzug einen ersten Augenschein von seiner Bühne.
Markenzeichen: Markige Sprüche und die Pose
Ob er sich da schon Gedanken darüber gemacht hat, wo er am besten seine Pose zeigen könnte? Genügend Selbstvertrauen hätte der 25-jährige «Blitz aus Kingston» auf jeden Fall. Doch Bolt darf sich die grossen Sprüche erlauben, denn «he delivers», wie die Briten sagen. Er liefert seine Leistung ab und die war an diesem Abend wieder eindrücklich.
Es wurde in 19,32 Sekunden zwar kein Weltrekord, doch zur Demonstration seiner Überlegenheit reichte es allemal. «Ich bin hierhergekommen, um zu tun, was ich tun musste», sagt der mittlerweile fünffache Olympiasieger nach dem Rennen. Etwas fehlte aber noch. Seine Pose lieferte er schliesslich auch noch nach. Die Fans hatten also nicht vergeblich geübt.
Rekordjagd auch im World Wide Web
Im Sport ist Bolt längst ein Superstar. Nun erobert er auch das World Wide Web. Die über 80‘000 Erwähnungen nach seinem Sieg über 200 Meter bei der Social-Media-Plattform Twitter stellen einen neuen Rekord für Olympia dar. Dies teilte das Unternehmen mit Sitz in San Francisco mit.
In den ersten 10 Tagen der Spiele in London wurde der Jamaikaner bis zu 338‘000 Mal erwähnt. Noch liegt er zwar deutlich hinter US-Schwimmstar Michael Phelps (574‘000 Nennungen) zurück. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis der «Übersprinter» dem «Überschwimmer», zumindest bei Twitter, den Rang abläuft.


